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Warum ein paar Regentage für die Elbe nicht reichen

Warum ein paar Regentage für die Elbe nicht reichen
Die Elbe führt aktuell immer noch wenig Wasser. (Archivbild) / Foto: Robert Michael/dpa
Seit Monaten führt die Elbe ungewöhnlich wenig Wasser. Welche Faktoren das Problem verschärfen und wann Besserung in Sicht ist.

Die Elbe in Sachsen und Sachsen-Anhalt führt wieder sichtbar wenig Wasser. In den beiden Bundesländern hat der Fluss an mehreren Messstellen unter 50 Zentimeter Wassertiefe. Auch die Schifffahrt hat wieder zu kämpfen: So mussten die Feierlichkeiten zum 190-jährigen Bestehen der Weißen Flotte in Dresden unter anderem mit weniger Schiffen stattfinden. Was steckt also hinter dem Niedrigwasser?

Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Ist immer wieder Niedrigwasser - oder durchgehend?

Laut der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) herrscht mit Unterbrechungen seit Mai 2026 Niedrigwasser in der Elbe. Ende August habe es durch erhöhte Niederschläge eine kurze Entspannung gegeben, den gesamten September hindurch herrschte aber wieder Niedrigwasser in der Elbe.

Warum führt die Elbe so wenig Wasser?

«Haupttreiber ist ganz klar fehlender Niederschlag», erklärt Daniel Bachmann, Professor für Hydromechanik und Hochwasserrisikomanagement an der Hochschule in Magdeburg-Stendal. Auch beim BfG spricht man von einem Niederschlagsdefizit, das sich durch unterdurchschnittlich wenig Regen in ganz Mitteleuropa - darunter auch im Elbegebiet - entwickelt habe. «Wir bräuchten jetzt mal ein, zwei, drei Wochen durchgehend Regen, um das alles wieder aufzufüllen», sagte Bachmann. «Der Niederschlag, der in der letzten Septemberwoche gefallen ist, reicht angesichts dessen nicht aus, um die Wasserstände und Abflüsse der Elbe nachhaltig zu beeinflussen», hieß es von der BfG.

Warum hat es die Elbe schwerer als andere Flüsse?

Anders als andere Flüsse werde die Elbe nicht noch durch Gletscherwasser gespeist - dadurch sei sie auf Niederschlag als natürliche Einspeisung angewiesen, sagt Bachmann. 

Zusätzlich werde die Elbe seit den 60er Jahren durch die Moldau-Kaskade in Tschechien mit Wasser gestützt. Diese führt der Elbe laut Bachmann bis zu 40 Kubikmeter Wasser pro Sekunde zu. 

Noch seien die Talsperren in Tschechien gefüllt und können der Elbe mit dieser wasserwirtschaftlichen Maßnahme helfen, sagte er.

Ist das eine ungewöhnliche krasse Niedrigwassersituation?

«Seit wir die Wasserstandsaufzeichnungen an den Elbe-Pegeln haben, hatten wir das noch nicht», sagte der Experte mit Blick auf das Niedrigwasser. Außerdem seien viele kleinere Gewässer bereits komplett trocken.

Bachmann geht davon aus, dass durch den Klimawandel die Extreme – und damit auch Hoch- und Niedrigwasser zunehmen werden. 

Wann entspannt sich die Lage wieder?

Was es brauche, sei Landregen, wie es Bachmann nennt - also Regen der langanhaltend und nicht zu intensiv sei. Denn Starkregen kann schlimmstenfalls zu Hochwasser führen. «Da reden wir von Wochen und Monaten», fügte er hinzu. Niedrigwasser baue sich über Monate, teilweise Jahre auf und verstärke sich immer wieder. «Und es braucht dann auch Monate, um es wieder wegzukriegen», erklärte Bachmann. Das BfG erwartet, dass das Wasser in der Elbe ab der zweiten Oktoberhälfte wieder steigt. Der durchschnittliche Wasserstand werde aber in den nächsten Wochen voraussichtlich nicht erreicht.

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