Weniger Metzgereien in Sachsen – Nachfolger fehlen oft
In Sachsen ist die Anzahl der Metzgereien innerhalb von zehn Jahren deutlich zurückgegangen. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit auf Anfrage mitteilte, waren im Vorjahr 287 Betriebe mit dem Schwerpunkt Fleischverarbeitung registriert. Zehn Jahre zuvor waren es noch 438. Auch die Zahl der Fleischereien mit Schwerpunkt Verkauf ging um ein Drittel auf 206 Betriebe zurück. In Sachsen waren im Vorjahr 6.338 Frauen und Männer in Berufen der Herstellung und im Verkauf von Fleisch beschäftigt. Laut Bundesagentur waren es 1.577 Menschen weniger als vor zehn Jahren. Besonders problematisch die Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Bis diesen August wurden im Freistaat 89 Berufsausbildungsstellen für Fleischer gemeldet, wovon noch 34 unbesetzt waren. Im Bereich der Fachverkäuferin/Fleischerei waren von 209 Lehrstellen noch 81 unbesetzt. Es sei richtig, dass die Zahl der Fleischereien in den letzten zehn Jahren gesunken ist, sagte der Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes für das sächsische Fleischerhandwerk, Lars Bubnick, auf Anfrage. «Das heißt aber nicht, dass das Fleischerhandwerk ausstirbt.» Die Gründe für Betriebsaufgaben sind demnach vielschichtig. «In den meisten Fällen sind es fehlende Nachfolgerinnen und Nachfolger, die die Betriebe weiterführen oder der zunehmende Mangel an Arbeitskräften», erläuterte Bubnick. Aber auch die steigenden Kosten, besonders seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs, seien eine mögliche Ursache. Bubnicks Angaben zufolge waren unter anderem die Preise für Rindfleisch so hoch wie noch nie. Die größte Herausforderung sei die personelle Situation in den Betrieben, verknüpft mit den zurzeit steigenden Kosten. «Vom Industriestrompreis profitieren unsere Betriebe leider nicht - nur industrielle Betriebe.» Hier gewinnbringend zu arbeiten, sei sehr schwierig. Dabei sei der Fleischkonsum pro Kopf in Deutschland zuletzt wieder auf knapp 55 Kilogramm gestiegen. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenAngespannte Lage auf dem Ausbildungsmarkt
Innungsverband: Probleme bei der Nachfolge und Kostendruck