Das diesjährige Street Art-Festival Ibug in Chemnitz ist vorbei, doch die Kritik am Umgang mit einigen der ausgestellten Arbeiten hält an. Es sei zwar zu begrüßen, dass zur Prüfung der Antisemitismus-Vorwürfe mehrere Gutachter herangezogen worden seien, heißt es in einem Brief von Kritikern an den Ibug-Vorstand, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Es verwundere aber, dass kein Experte aus der Antisemitismusforschung dabei gewesen sei.
Kritiker monieren einseitige Darstellung
Zudem seien nach der Kritik die Kunstwerke zwar durch Stellungnahmen der Künstler eingeordnet worden, nicht aber mit den kritischen Einwänden. «In diesem Zusammenhang hat uns sehr überrascht, dass Sie unsere Kritik der antisemitischen Kunstwerke nicht Teil dieser Präsentationen werden ließen.» Das erwecke den Eindruck einer einseitigen Darstellung, heißt es in dem Schreiben. Zu den Unterzeichnern zählen der Chemnitzer Mathematik-Professor Vladimir Shikhman und Vladimir Shvemmer, Chemnitzer Friedenspreisträger 2023. Es dränge sich der Eindruck auf, «als hätten Sie die Inhalte unserer Kritik der Öffentlichkeit vorenthalten wollen». «Das kann man beim besten Willen und Gewissen eine Kontextualisierung nicht nennen.»