Der Thüringer Ministerpräsident Mario Voigt hat mit Blick auf die anstehenden Sozialreformen an die Bundesregierung appelliert, die Lebenswirklichkeit der Menschen im Osten zu berücksichtigen. In Ostdeutschland kämen alle erschwerenden Faktoren zusammen - und zwar früher, sagte der CDU-Politiker MDR aktuell. «Die gesetzliche Rente ist bei uns meistens nicht nur eine Säule unter mehreren, sondern sie ist für viele Menschen im Osten halt die Einzige. Und bei uns sind die Einkommen niedriger, die privaten Vermögen deutlich geringer, geerbt wird seltener und die Bevölkerung ist durchschnittlich älter.» Diese Realitäten gelte es anzuerkennen.
Voigt fordert Stärkung der häuslichen Pflege
Im MDR-Interview ging Voigt auch auf das Theme Pflege näher ein. Der Eigenanteil Pflegebedürftiger für einen Platz im Heim sei eine zentrale Fragestellung. Viele Menschen würden zu Hause alt werden wollen, deswegen sei die Stärkung der häuslichen Pflege wichtig. «Gerade bei uns in Thüringen, in ländlichen Regionen, wird doch ein großer Teil der Pflege von Angehörigen geleistet, und die brauchen eben auch verlässliche Entlastungsangebote, weniger Bürokratie.» Auf der anderen Seite müsse auch ein Platz im Heim bezahlbar sein. Das Geld, was eine Thüringer Rentnerin im Schnitt zur Verfügung habe, decke die Kosten eines Pflegeplatzes nicht mal zur Hälfte.
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