Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) wird weiterhin persönlich an Schulen anwesend sein - im Dialog mit Lehrern, Schülern und Eltern. „Zuhören, wo der Schuh drückt und gemeinsam anpacken“, ist das Motto seiner Schultour. Die vor einem Jahr gestartete Schultour umfasst auch Besuche in Kindertageseinrichtungen und soll nun fortgeführt werden, teilte das Ministerium mit.
Clemens zog eine Zwischenbilanz: 20 Kindergärten, 46 Grundschulen, 55 Oberschulen, 45 Gymnasien, 12 Förderschulen, 6 Gemeinschaftsschulen, 2 Horte sowie 13 Berufsschulzentren und Fachschulen hat er bis jetzt besucht. An diesem Donnerstag steht die 200. Einrichtung an - das Förderzentrum „Johann Friedrich Jencke“ in Dresden.
Kultusminister will „echte Begegnungen“
„Es geht nicht um Zahlen, sondern um echte Begegnungen“, betonte Clemens. Der Dialog sei für seine Arbeit unverzichtbar. „Die Besuche geben mir wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Chancen unserer Schulen. Es macht große Freude, mit so vielen engagierten Lehrkräften, Schulleitungen, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern ins Gespräch zu kommen.“
Sachsen will den Unterrichtsausfall weiter reduzieren
Es sei entscheidend, weiterhin in die Schulen zu investieren und sicherzustellen, dass jedes Kind die bestmögliche Bildung erhält, erklärte der Minister. „Deshalb setzen wir unseren Kampf gegen den Unterrichtsausfall fort – mit mehr Lehrkräften und einer gerechteren Verteilung.“
Der Mangel an Lehrern und der daraus resultierende Unterrichtsausfall sind die größten Herausforderungen an sächsischen Schulen. Im ersten Schulhalbjahr 2024/2025 lag der Anteil der ausgefallenen Unterrichtsstunden am gesamten Stundensoll bei 9,4 Prozent. Je nach Schulform und Region kam es teilweise zu deutlich höheren Ausfällen.
Mehr als 1.000 Lehrerinnen und Lehrer fehlen in Sachsen
Nach Zahlen vom vergangenen November fehlen 1.154 Lehrkräfte, um den Unterricht vollständig abzudecken. Im Winter 2025 hatte Clemens ein Maßnahmenpaket vorgestellt. Unter anderem sollen ältere Lehrkräfte mehr Stunden arbeiten als bisher. Zudem werden verstärkt digitale Formate und mehr fächerübergreifender Unterricht angestrebt. Im November sah der Minister erste positive Ergebnisse.
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