Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Wissensland

Smarte Chips aus Sachsen für die Medizintechnik von morgen

Medizintechnik der Zukunft: SEMECO entwickelt in Dresden Halbleiter für sichere und vernetzte Geräte.
Winzige Bauteile mit großer Wirkung: Die Halbleiter des Dresdner Clusters SEMECO sollen Medizingeräte smarter und sicherer machen. © Anja Stübner
Von: Wissensland
Winzige Chips sollen die Medizin von morgen revolutionieren. Der Dresdner Forschungscluster SEMECO entwickelt Halbleiter, die Krankenhäuser sicherer, Geräte smarter und Behandlungen besser machen. Mit 15 Millionen Euro Förderung geht die Arbeit jetzt in die entscheidende Phase.

Manchmal steckt hinter einer lebensverändernden Erfindung ein winziges Stück Silizium. Halbleiter – also mikroskopisch kleine elektronische Bauteile – stecken heute in Smartphones, Autos und Waschmaschinen. Bald sollen sie auch tief im menschlichen Körper arbeiten und Menschen helfen, besser zu hören, Vitalwerte zu messen oder sicher im Krankenhaus behandelt zu werden. An der Medizintechnik von morgen forscht der Zukunftscluster SEMECO in Dresden.

Der Cluster vereint Wissenschaft und Industrie aus ganz Sachsen. Er erhält jetzt für die nächsten drei Jahre bis zu 15 Millionen Euro Fördermittel aus dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Dazu kommen Mittel des Freistaats Sachsen aus dem europäischen EFRE-Fonds.

Mehr aus dieser Kategorie

Was SEMECO genau entwickelt

Im Mittelpunkt stehen medizinische Halbleiter. Das sind spezialisierte Mikrosysteme, die Sensoren, Datenverarbeitung, sichere Kommunikation und Künstliche Intelligenz in einem winzigen Bauteil vereinen. Die Forschenden entwickeln daraus eine Art Baukastensystem für medizinische Geräte. Einzelne Bausteine sollen sich flexibel kombinieren lassen und den Weg von der Forschung in die praktische Anwendung verkürzen.

Damit reagiert SEMECO auf ein zentrales Problem der Medizintechnik. Neue Geräte benötigen oft viele Jahre, bis sie entwickelt, geprüft und zugelassen sind. Standardisierte Bausteine sollen diesen Prozess beschleunigen.

Gedacht sind sie zum Beispiel für tragbare Ultraschallgeräte, die Ärzte ähnlich einfach nutzen können wie ein Smartphone. Oder für Implantate, die gehörlosen oder sprachlich eingeschränkten Menschen helfen. Auch smarte Infusionssysteme für Krankenhäuser gehören dazu.

"In der ersten Förderphase konnten wir zeigen, dass die enge Verzahnung von Halbleiter- und Kommunikationstechnologien neue medizintechnische Anwendungen ermöglicht. Mit der zweiten Förderphase richten wir unseren Fokus noch stärker auf Anwendung, Standardisierung und Markteinführung medizinischer Halbleiter", sagen die Clustersprecher Prof. Gerhard Fettweis und Prof. Jochen Hampe. Sachsen solle sich als führende Region für medizinische Mikroelektronik in Europa etablieren.

Sachsen als Innovationsstandort

Sachsen war schon immer eine Hochburg der Halbleiterfertigung. SEMECO soll dieses Erbe in die Medizintechnik überführen. Frank Bösenberg, Geschäftsführer von Silicon Saxony, dem Netzwerk der sächsischen Halbleiterbranche, sieht darin einen strategischen Schritt: "SEMECO geht nun einen entscheidenden Schritt weiter und schafft die Grundlage für eine neue Generation intelligenter cyber-medizinischer Systeme."

Besonders wichtig ist dabei das Thema Sicherheit. Medizinische Geräte, die Daten senden oder empfangen, müssen vor Hackerangriffen und Manipulation geschützt sein. Gleichzeitig sollen neue Technologien schneller den Weg in Arztpraxen und Krankenhäuser finden. SEMECO arbeitet deshalb daran, Sicherheit, Kommunikationstechnik und medizinische Anforderungen von Anfang an gemeinsam zu entwickeln.

Aktuell zeigt SEMECO bei den Silicon Saxony Days in Dresden aktuelle Ergebnisse. Dazu gehören mobile Ultraschalltechnik, Methoden für datenschutzkonformes KI-Training, intelligente Infusionssysteme sowie die sichere Übertragung von Vitaldaten per Bluetooth und 5G in Echtzeit.

Wissensland
Artikel von

Wissensland

Wissensland ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

METIS