Ein Kind ist an Krebs erkrankt. Es braucht monatelang Chemotherapie. Immer wieder muss die Familie mit ihm ins Krankenhaus, oft sogar mehrmals pro Woche. Für viele Betroffene bedeutet das stundenlange Autofahrten, Wartezeiten und ein Alltag, der sich nur noch um die Krankheit dreht. Doch manche dieser Termine könnten künftig mit Hilfe der Telemedizin vom heimischen Wohnzimmer aus stattfinden.
Videosprechstunde statt Krankenhausbesuch
Dass das funktionieren kann, zeigt eine Studie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, die Prof. Denis Schewe initiierte. Heute leitet er das Kinderonkologische Zentrum am NCT/UCC Dresden. Bei der Studie ersetzten Ärzte einen Teil der Kontrolltermine durch Videosprechstunden. Teilgenommen haben 55 Kinder und Jugendliche, die wegen einer Krebserkrankung eine besonders intensive Chemotherapie erhielten. Mit den jungen Patienten und ihren Eltern trafen sich die Mediziner einfach am Computer und unterhielten sich mit ihnen per Videochat.
Die Videosprechstunden, das zeigte die Auswertung, waren genauso sicher wie die Betreuung der Erkrankten im Krankenhaus. Die Zahl der Komplikationen stieg nicht an. Gleichzeitig sparten die Familien zusammen 337 Krankenhausbesuche und rund 42.000 Fahrtkilometer.