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Telemedizin entlastet krebskranke Kinder und ihre Familien

Dr. Anne Schedel bei einer Videosprechstunde im Rahmen der kinderonkologischen Telemedizin.
Videosprechstunden, wie hier mit Dr. Anne Schedel, können Familien mit krebskranken Kindern viele Fahrten ins Krankenhaus ersparen. © UKD/Michael Kretzschmar
Von: Wissensland
Kinder mit Krebs müssen während einer Chemotherapie häufig ins Krankenhaus. Eine Studie zeigt jetzt, dass sich viele dieser Termine sicher durch Videosprechstunden ersetzen lassen und Familien dadurch deutlich entlastet werden.

Ein Kind ist an Krebs erkrankt. Es braucht monatelang Chemotherapie. Immer wieder muss die Familie mit ihm ins Krankenhaus, oft sogar mehrmals pro Woche. Für viele Betroffene bedeutet das stundenlange Autofahrten, Wartezeiten und ein Alltag, der sich nur noch um die Krankheit dreht. Doch manche dieser Termine könnten künftig mit Hilfe der Telemedizin vom heimischen Wohnzimmer aus stattfinden.

Videosprechstunde statt Krankenhausbesuch

Dass das funktionieren kann, zeigt eine Studie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, die Prof. Denis Schewe initiierte. Heute leitet er das Kinderonkologische Zentrum am NCT/UCC Dresden. Bei der Studie ersetzten Ärzte einen Teil der Kontrolltermine durch Videosprechstunden. Teilgenommen haben 55 Kinder und Jugendliche, die wegen einer Krebserkrankung eine besonders intensive Chemotherapie erhielten. Mit den jungen Patienten und ihren Eltern trafen sich die Mediziner einfach am Computer und unterhielten sich mit ihnen per Videochat.

Die Videosprechstunden, das zeigte die Auswertung, waren genauso sicher wie die Betreuung der Erkrankten im Krankenhaus. Die Zahl der Komplikationen stieg nicht an. Gleichzeitig sparten die Familien zusammen 337 Krankenhausbesuche und rund 42.000 Fahrtkilometer.

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Mehr Zeit für Familie und Geschwister

Für die Familien bedeutete der Einsatz der Telemedizin das vor allem eins: mehr Zeit. Weniger Fahrten lassen mehr Raum für Geschwister, Schule oder Beruf. Die Behandlung bleibt zwar belastend, doch der Alltag wird für alle einfacher, wenn nicht jede Kontrolle einen langen Weg ins Krankenhaus erfordert.

Die Forschenden sehen darin einen wichtigen Schritt für die kinderonkologische Versorgung der Zukunft. Denkbar sind beispielsweise Untersuchungen zu Hause oder mobile Behandlungsteams, die Familien vor Ort betreuen und dabei eng mit spezialisierten Kinderkrebszentren zusammenarbeiten. So könnten auch Familien, die weit entfernt von einer Spezialklinik leben, leichter versorgt werden.

Auf den Ergebnissen bauen bereits weitere Forschungsprojekte in Dresden auf. Sie sollen die medizinische Betreuung krebskranker Kinder noch stärker nach Hause bringen – etwa durch Blutuntersuchungen im häuslichen Umfeld oder digitale Versorgungsangebote.


Originalveröffentlichtung:
Denis M. Schewe et al. Safety of Telemedicine Follow-Up Visits in Children With Cancer Undergoing Intensive Chemotherapy: Results From the Randomized KULT-SH Trial. JCO Oncol Pract 0, OP-25-01303

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