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Jahrhundertsommer in Europa könnten deutlich heißer werden

Extreme Hitze könnte in Jahrhundertsommern künftig länger anhalten als bisher.
Vor allem im Spätsommer steigt das Risiko für lang anhaltende Hitzeperioden. © pixabay/Gerd Altmann
Von: Wissensland
Hitzesommer der Zukunft könnten alles übertreffen, was wir bisher kennen. Eine neue Studie der Universität Leipzig zeigt, warum besonders der Spätsommer zum Risiko wird und wie trockene Böden Hitzewellen zusätzlich anheizen.

Ein Sommer, in dem die Luft flimmert und die Nächte keine Abkühlung bringen. Das kennen inzwischen viele aus eigener Erfahrung. Doch selbst die extremen Sommer der vergangenen Jahrzehnte zeigen möglicherweise noch nicht, welche Hitze im heutigen Klima möglich ist. Der nächste extreme Sommer könnte alles bisher Erlebte übertreffen. Das zeigt eine neue Studie der Universität Leipzig.

Das Forschungsteam untersuchte, wie ein sogenannter Jahrhundertsommer im heutigen Klima aussehen könnte. Gemeint ist ein außergewöhnlich heißer Sommer, der statistisch etwa einmal in 100 Jahren vorkommt. Dabei zeigt sich: Vor allem der späte Sommer erwärmt sich stark. Im untersuchten Teil Westeuropas hat sich die letzte Juliwoche um 1,4 Grad stärker erwärmt als die erste Juniwoche. Zugleich sind die Böden heute tendenziell trockener.

„Dadurch gibt es im Spätsommer jetzt einen längeren Zeitraum, in dem günstige Wetterlagen zusammen mit sehr trockenen Böden zu extremer und lang anhaltender Hitze führen können“, erklärt Dr. Peter Pfleiderer, Erstautor der Studie am Institut für Meteorologie der Universität Leipzig. Gemeint sind etwa länger anhaltende Hochdrucklagen mit wenig Regen.

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Trockene Böden verstärken die Hitze

Unter den klimatischen Bedingungen der Jahre 1850 bis 1900 waren Jahrhundertsommer über die gesamte Saison hinweg sehr warm. Heute könnten sie vergleichsweise kühl beginnen und erst im Hoch- und Spätsommer dauerhaft heiß werden. Besonders heiße Tage treten außerdem geballter auf. Besonders heiße Phasen können in einem Jahrhundertsommer heute rund 39 Prozent länger dauern als unter vorindustriellen Bedingungen. Die Forschenden rechnen mit Hitzeperioden von etwa zehn Tagen am Stück.

Eine wichtige Rolle spielt die Feuchtigkeit im Boden. Feuchter Boden verwendet einen Teil der Wärme darauf, Wasser verdunsten zu lassen. Ist der Boden trocken, fällt diese Kühlung weitgehend weg. Die Luft heizt sich dann stärker auf. In Jahrhundertsommern trocknen die Böden heute zudem früher so stark aus, dass weniger Wasser verdunsten kann. Dieser Zustand wird in den Simulationen etwa fünf Tage früher erreicht als unter vorindustriellen Bedingungen.

Wie wichtig trockene Böden sind, zeigt ein zusätzliches Experiment. Wählten die Forschenden für ihre Simulationen gezielt besonders trockene Böden zu Sommerbeginn aus, traten Jahrhundertsommer darin etwa viermal häufiger auf.

Viele extreme Sommer am Computer

Um solche seltenen Ereignisse untersuchen zu können, simulierten die Forschenden am Computer viele mögliche Sommer. Berechnungen, die sich nicht in Richtung extremer Hitze entwickelten, brachen sie frühzeitig ab. So konnten sie Jahrhundertsommer unter heutigen und vorindustriellen Klimabedingungen vergleichen. Die Studie definiert diese dabei über die mittlere Temperatur des gesamten Sommers.

Die Untersuchung beruht allerdings auf einem einzigen Klimamodell. Weitere Modelle sollen deshalb zeigen, wie belastbar die Ergebnisse sind. Außerdem wollen die Leipziger Forschenden untersuchen, welchen Einfluss großräumige Wetterlagen auf extreme Sommer haben und wie sich Jahrhundertsommer in anderen Teilen Europas entwickeln.


Originalpublikation:
Pfleiderer, P., Noyelle, R., & Sippel, S. (2026). Heat extremes within hot summer seasons intensify more than in average summers under global warming. Earth's Future, 14, e2026EF008241.

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