Am 30. Jahrestag des Mauerfalls hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) an den Mut der Revolutionäre in der DDR erinnert. Aus anfänglichen Bürgerinitiativen sei 1989 eine Volksbewegung geworden, die sich gegen die SED-Diktatur stellte und die die Mauer von Ost nach West buchstäblich eindrückte, sagte Herrmann am Samstag in dem ehemals geteilten Dorf Mödlareuth bei Hof.
«Keiner vermochte damals zu sagen, ob die Rufe nach Freiheit nicht wie die Studentenproteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking mit Waffengewalt blutig erstickt würden», so der Minister. Die Wende sei auch eine christliche Revolution gewesen. Ihre Anfänge habe die friedliche Revolution in den Kirchen genommen, «denn nur dort hatte die freie Meinungsäußerung in der DDR ein Heimrecht», betonte Herrmann.
30 Jahre nach dem Fall der Mauer müsse heute aber die Wertebasis des wiedervereinigten Deutschlands gegen Rechts- und Linksextreme, gegen radikale Islamisten und «geistige Brandstifter» verteidigt werden, mahnte Herrmann. «Wir brauchen wieder mehr Zusammenhalt im Land, mehr Mut und Zuversicht. Es darf keine neuen Mauern und Grenzen in den Köpfen geben.»