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Ältestes Grab im Leipziger Raum bei Bauarbeiten entdeckt

Ältestes Grab im Leipziger Raum bei Bauarbeiten entdeckt
Eine 7.000 Jahre alte Siedlung wurde bei Bauarbeiten in Leipzig entdeckt. / Foto: Sebastian Willnow/ dpa/dpa
Forscher entdecken in Leipzig eine 7.000 Jahre alte Siedlung und das bislang älteste Grab der Region. Was verraten die Funde über das Leben der frühen Siedler?

Bei Bauarbeiten sind in Leipzig eine 7.000 Jahre alte Siedlung und eine alte Grabstätte entdeckt worden. Bei der Hockerbestattung handelt es sich um das älteste Grab, das bisher im Leipziger Raum gefunden wurde, wie das Landesamt für Archäologie Sachsen mitteilte.

Knochen aus dem Grab werden nun genauer untersucht

Der bestattete Mensch lag für die Jungsteinzeit typisch in gehockter Haltung auf der linken Seite. Die Knochen werden nun geborgen und labortechnisch untersucht, betonte der Leiter der Ausgrabungsstätte Thomas Lukas. «Wir gehen davon aus, dass es eine erwachsene Person war, aber das Alter und Geschlecht wissen wir noch nicht.» Der hohe Kalkanteil im Boden habe die Knochen aber recht gut erhalten.

Auf dem Gelände soll ein neuer Grundschulkomplex mit einer Dreifeldhalle entstehen. Im Vorfeld hatten Experten des Landesamtes für Archäologie die Fläche untersucht. Dabei entdeckten sie eine rund 7.000 Jahre alte bandkeramische Siedlung der frühen Jungsteinzeit. Der Name kommt durch die Verzierungen der damals hergestellten Keramikgefäße, die aus spiral- oder wellenförmigen Bändern bestehen.

Die Menschen wurden sesshaft, hielten Vieh und betrieben Ackerbau

Vor rund 7.000 Jahren wurden die Menschen sesshaft und betrieben Ackerbau und Viehzucht, wie Saskia Kretschmer vom Landesamt erläuterte. So entdeckten die Forscher mehrere Hausgrundrisse, darunter ein großes Langhaus mit einer Länge von mehr als 30 Metern. Es bot Platz für eine Großfamilie von mindestens 20 Menschen.

In den Abfallgruben neben den Häusern wurden abgenutzte Werkzeuge aus Feuerstein oder Knochen und auch Mahlsteine gefunden. Damit fällten die damaligen Siedler Bäume für ihre Häuser und ernteten und bearbeiteten das angebaute Getreide.

Mindestens zwei weitere Holzhäuser müssen hier gestanden haben, betonte der wissenschaftliche Grabungsleiter Lukas. «Von dem Holz ist zwar nichts mehr übrig, aber die Gruben für die Pfosten und der Lehm für die Verkleidung des Hauses konnten wir nachweisen». Noch bis Mitte Oktober untersucht das fünfköpfige Team das Gebiet.

Die Funde werden nun geborgen, untersucht und archiviert. Der Plan sei zudem, sie irgendwann auch der Öffentlichkeit zu zeigen, erläuterte Kretschmer.

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