Welche Geschichte rund um den Mauerfall kann man 30 Jahre später noch in einem Spielfilm erzählen, ohne das Publikum mit den immer gleichen Themen zu langweilen? Die Macher des ZDF-Dreiteilers «Preis der Freiheit» haben sich für den wirtschaftlichen Niedergang der Diktatur entschieden. Was zunächst trocken klingt, entpuppt sich schnell als eine spannende Mischung aus Agententhriller, Wirtschaftskrimi, Familientragödie und Historien-Drama. «Preis der Freiheit» zeigt, was unmittelbar vor und nach dem Fall der Mauer hinter den Kulissen geschah. Es geht um Geld, Gold, Häftlingsfreikäufe, Müllhandel, korrupte Eliten und den drohenden Ausverkauf der DDR an den Westen.
Der erste Teil wird am 4. November, 20.15 Uhr, ausgestrahlt und von einer anschließenden Dokumentation (21.55 Uhr) rund um das Schattenimperium der Kommerziellen Koordinierung (Koko) begleitet, die damals zur Devisenbeschaffung der chronisch klammen DDR diente und dabei nicht gerade zimperlich mit den eigenen Bürgern umging.
Im Mittelpunkt von «Preis der Freiheit» stehen drei Schwestern, deren Leben nicht unterschiedlicher hätte verlaufen können. Margot (Barbara Auer) ist ranghohe Koko-Mitarbeiterin und zutiefst überzeugte Parteigängerin. Buchhändlerin Lotte (Nadja Uhl) zieht ihren in die Nazi-Szene abdriftenden Teenager-Sohn alleine groß und beginnt, das System zu hinterfragen und sich in einer Umweltbewegung zu engagieren. Und der totgeglaubte DDR-Flüchtling Silvia (Nicolette Krebitz) arbeitet mittlerweile im westdeutschen Ministerium für Innerdeutsche Beziehungen und kauft Häftlinge aus dem Osten frei - auch, um ihre zwei zurückgelassenen Kinder endlich zu sich holen zu können.