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Das Ende der Solarmodulproduktion in Freiberg: Ein schlechtes Signal für Europa

Eine Mitarbeiterin steht bei der Qualitätskontrolle an einer Produktionslinie für Solarmodule im Werk der Meyer Burger Technology AG. / Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa
Eine Mitarbeiterin steht bei der Qualitätskontrolle an einer Produktionslinie für Solarmodule im Werk der Meyer Burger Technology AG. / Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Der Solarhersteller Meyer Burger hat das endgültige Aus für seinen Standort in Freiberg besiegelt, mehr als 400 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeitsplätze.

Das endgültige Aus der Produktion von Solarmodulen in Freiberg ist nach Ansicht von Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig ein schlechtes Signal für Europa. «Wir wollen die Energiewende erfolgreich gestalten», sagte der SPD-Politiker am Mittwoch am Rande eines Unternehmensbesuches in der Stadt. Deshalb brauche man auch Solarproduktion in Europa. Er hoffe, dass es weiter gelinge, neue wettbewerbsfähige Strukturen für eine Solarindustrie in Europa zu schaffen, um nicht abhängig von China zu sein.

Das Schweizer Unternehmen Meyer Burger hatte am Dienstag bekanntgegeben, dass die rund 500 Mitarbeiter in Freiberg ihre Kündigung erhalten hätten. Mehr als 400 Menschen verlieren damit ihren Arbeitsplatz. Den anderen seien Verträge in anderen Bereichen angeboten worden. Vorausgegangen war die Absage von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) an den sogenannten Resilienzbonus, mit dem die unter Druck stehenden Hersteller in Europa geschützt werden sollten. Meyer Burger hatte die Zukunft der Produktion in Freiberg von dieser Unterstützung abhängig gemacht.

«Das Know-how haben wir weiterhin», betonte Dulig. «Deshalb müssen wir sehen, ob es uns mit vereinten Kräften gelingt, dieses Know-how hier in Ostdeutschland zu halten.» Die Unternehmen in der Region seien die einzigen, die für Europa in einer Größenordnung und mit einer Technologie am Start gewesen seien, die zu China konkurrenzfähig hätten sein können.

«Das ist ein ganz schwarzer Tag für die deutsche Solarindustrie, und wir werden die Entscheidung, denke ich, in den nächsten Jahren sehr bedauern», sagte Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger. Dabei verwies er auf eine Gefahr einer wachsenden Abhängigkeit von China. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die betroffenen Mitarbeiter rasch neue Jobs finden werden. Allerdings verliere die Region eine Technologie, bei der sie weltweit führend sei. Das werde sich rächen, warnte Krüger. «Zweimal ist die Solarindustrie in Ostdeutschland in die Insolvenz geschickt worden. Ein drittes Mal kommt sie nicht zurück.»

Bereits 2018 hatte Deutschlands einst größter Solarmodulhersteller Solarworld endgültig Insolvenz angemeldet und den Standort in Freiberg mit rund 600 Mitarbeitern geschlossen. Neue Hoffnung keimte, als Meyer Burger 2021 in die Herstellung von Modulen einstieg und in den früheren Solarworld-Hallen eine neue Produktion startete.

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