Es rumpelt und rattert und riecht wie in Kindheitstagen. Wer den Raum der Wäschemangel in Heinrichsort betritt, fühlt sich in eine andere Zeit versetzt. In dem Ortsteil von Lichtenstein im Landkreis Zwickau steht etwas, das heute eine Kuriosität geworden ist: eine Kaltmangel. Doch nach wie vor schwört mancher auf das mit Steinen gefüllte Ungetüm, um frisch gewaschene Wäsche zu glätten. «Das Einzugsgebiet der Menschen, die hier Wäsche mangeln, reicht bis Chemnitz», erzählt Ortsvorsteherin Annett Richter.
Seit Ende der 1960er Jahre steht die Kaltmangel in dem kommunalen Gebäude in Heinrichsort. «Und sie läuft wohl weiter, bis sie niemand mehr reparieren kann», sagt Richter. Bisher hat es ihr Ehemann Michael geschafft, Riemen und anderes Zubehör aufzutreiben und so das historische Stück instand zu halten.
Einstiges Alltagsgerät hat heute Seltenheitswert
Derzeit seien im Freistaat 64 Wäschemangeln in 47 Orten als Kulturdenkmäler erfasst, informiert das Landesamt für Denkmalpflege auf Anfrage. Bis heute hätten sich wenige Wäschemangeln erhalten, obgleich es ursprünglich in vielen Ortschaften diese Anlagen gegeben habe. Bis in die 1990er Jahre waren vielerorts noch private und öffentlich nutzbare Mangelstuben gegen Entgelt für die Bevölkerung in Betrieb – inzwischen hat jede einzelne Mangel laut dem Landesamt Seltenheitswert.