Der Jagdhund sucht in großen Runden ein Waldstück ab. «Such, Otto, such!», ruft ihm sein Herrchen René Wiese zu. Plötzlich stoppt der hellbraune Mischling und setzt sich: Vor ihm liegt ein Stück totes Wildschwein im Laub. «Fein!», lobt Berufsjäger Wiese. Otto ist ein besonderer Suchhund: Er ist einer der ersten sechs Hunde in Deutschland, die im Saarland zum geprüften Wildschweinkadaver-Suchhund ausgebildet wurden. Wenn dort die Afrikanische Schweinepest (ASP) ausbrechen sollte, sollen die Hunde tote Schwarzkittel im Wald aufspüren helfen.
«Das schnelle Entfernen des Kadavers wird dann total wichtig sein, weil er ein unglaublicher Infektionsherd ist», erklärt Wiese bei einer Übung mit den Hunden in Wadgassen-Friedrichweiler. Amtstierärztin Elisabeth Groß von der obersten Jagdbehörde sagt: «Das wird der Knackpunkt bei der Bekämpfung der ASP sein.» Im Umkreis des toten Tieres müsse die Gegend umfassend desinfiziert werden. «Es ist ein hochvirales Virus, das sehr beständig ist.»
Für Wild- und Hausschweine ist die Infektion meist tödlich, für Menschen ist der Erreger ungefährlich. Am schlimmsten grassiert die Afrikanische Schweinepest derzeit in Asien und Osteuropa. In Deutschland ist anders als etwa in Polen und Belgien noch kein ASP-Fall bekannt. Ein Ausbruch hätte massive wirtschaftliche Folgen für Schweinehalter: Ab dem ersten Nachweis bei einem Wild- oder Hausschwein in Deutschland ist der Export in Länder außerhalb der EU nicht mehr möglich.