Aufgrund des Dauerregens und teils kräftiger Schauer in den vergangenen Tagen herrscht in mehreren Flüssen Ostsachsens weiter Hochwasser. Mit dem Ende der Niederschläge gehen die Hydrologen aber von einer Entspannung der Lage aus. «In der Lausitzer Neiße in Görlitz ist der Scheitel durch und das Wasser geht bereits leicht zurück», sagte ein Sprecher des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden. In Spree, Schwarze Elster und den Nebenflüssen der Oberen Elbe setze sich der deutliche Anstieg noch leicht, aber moderater fort. Die Elbe hingegen - deren Einzugsgebiet in Tschechien liegt - soll laut Experten zwar in den nächsten Tagen anschwellen, allerdings steigen die Pegelstände nicht so sehr wie erwartet.
Bisher keine Probleme an Dresdner Carolabrücke
Der in der Elbe liegende Teil der Carolabrücke hat nach Einschätzung der Stadt derzeit keine Auswirkungen auf den steigenden Pegelstand. «Es kann klar gesagt werden, dass der Wasserstand durch den Brückenteil nicht beeinflusst wird», sagte Herold. Der Dresdner Pegelstand, der an der benachbarten Augustusbrücke flussabwärts gemessen wird, werde nicht verfälscht.
Gerade noch rechtzeitig vor dem Hochwasser wurden am Wochenende wichtige Abrissarbeiten an der Carolabrücke abgeschlossen. Einsatzkräfte hatten Trümmerteile auf der Neustädter Seite entfernt. Die Uferbereiche sollten geräumt werden, um den Wassermassen eine Ausweichmöglichkeit um die noch im Fluss liegenden Brückenteile zu geben.
An der Lausitzer Neiße bildete sich nach Angaben der Görlitzer Stadtverwaltung bereits der Hochwasserscheitel aus. Die Alarmstufe 3 in Görlitz werde voraussichtlich bis Dienstag gelten. Die Wassermenge dort ist auch vom Abfluss aus dem Witka-Stausee auf polnischer Seite abhängig, außerhalb der Stadt waren freie Flächen überflutet. Oberbürgermeister Octavian Ursu zeigte sich erleichtert, dass die Alarmstufe 4 «zum Glück bisher nicht erreicht» werde. Die Lage sei «den Umständen entsprechend relativ ruhig», über einige vollgelaufene Keller hinaus gebe es keine größeren Schäden und auch keine akuten Gefahrenstellen.