Die Waldbrandsaison hat begonnen: Während im Nationalpark Böhmische Schweiz seit dem Wochenende ein Großaufgebot an Einsatzkräften gegen ein Feuer kämpft, sieht man sich auf sächsischer Seite gut aufgestellt. Insgesamt fünfzehn neue Löschfahrzeuge hat Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) am Montag in den Dienst der Landkreise übergeben. Insgesamt hat der Freistaat im Rahmen seines Waldbrandschutzkonzepts «vier geländegängige Kommandowagen, 15 Tanklöschfahrzeuge-Waldbrand und sechs Großtanklöschfahrzeuge» angeschafft, teilte das Staatsministerium des Innern (SMI) auf dpa-Anfrage mit.
Nach Feuer in Gohrischheide: Diskussion um Munitionsräumung
Ebenfalls seit dem Wochenende kämpfen Einsatzkräfte im Südwesten Brandenburgs gegen ein Feuer auf einem munitionsbelasteten Gelände. Der Brand auf einem alten Truppenübungsgelände nahe Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming) hatte eine Fläche von rund 150 Hektar erreicht, konnte nach Angaben der Feuerwehr aber am Montag eingedämmt werden. Im vergangenen Jahr standen Einsatzkräfte in der Gohrischheide im sächsischen Kreis Meißen unweit der Grenze zu Brandenburg vor ganz ähnlichen Herausforderungen. Das munitionsbelastete Areal ist seit Jahren als Problemgebiet bekannt: «Wir können nicht überall hinfahren, wo es brennt», beschrieb Sachsenforst‑Sprecher Marco Horn zuletzt die Lage. Denn die Explosionsgefahr ist für die Einsatzkräfte schlicht zu groß. Das Feuer in der Gohrischheide, das im vergangenen Sommer wochenlang wütete, war nach Ermittlungen der Dresdner Staatsanwaltschaft durch Selbstentzündung der dort im Boden befindlichen Munition verursacht worden.
Nicht erst seit dieser Erkenntnis wird politisch über die Frage diskutiert, ob die Munitionsfläche zumindest teilweise geräumt werden kann. Das Umweltministerium hatte zuletzt erklärt, einzelne Flächen in der Gohrischheide zum Schutz der Einsatzkräfte von alter Munition befreien zu wollen. Eine Räumung des kompletten, 2.000 Hektar großen Gebiets hatte Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU) aus Kostengründen jedoch abgelehnt. Auch die Idee eines gepanzerten, unbemannten Löschfahrzeugs sei zudem nach wie vor Teil einer laufenden «Risikoanalyse» hieß es im März aus dem Landratsamt in Meißen.
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten