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Das Ende der Brache am Bahnhof: ein Simmel-Terminal

Bauprojekt
Ein Fernbusterminal mit Fahrradparkhaus und Mietflächen sollen Wiener Platz aufhübschen. Baubürgermeister Stephan Kühn, Investor Peter Simmel und Architekt Thomas Knerer stellten das Projekt vor (Bild: Ulrich van Stipriaan)
Peter Simmel übernimmt das seit Jahren geplante Terminal-Projekt am Wiener Platz, passt es an neue Bedarfe an und will 2027 mit dem Bau starten.

Manchmal ist quälende Langsamkeit am Ende vielleicht genau das, was es gebraucht hat. Zum Beispiel die Idee eines ordentlichen Busbahnhofs, die es schon seit dem vergangenen Jahrtausend gibt. Seit 2024 gab es nicht nur einen Entwurf, sondern auch den Willen, daraus was zu machen – Fertigstellung: 2026. Das wäre quasi jetzt, aber das Grundstück zwischen den Schienen ist nach wie vor eher eine Brache als ein Busterminal mit Fahrradhaus und anderem Pipapo. Für Peter Simmel, der gegenüber des handtuchartigen Grundstücks (knapp 200 m lang und zwischen rund 16 und 25 m breit) mit der Simmel Holding als Investor und in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Knerer und Lang bereits 2022 den Gebäudekomplex mit einem seiner drei Edeka-Märkte der Gegend und dem MEININGER Hotel realisierte, war das kein Zustand: Sowohl Laden als auch Hotel hatten sich mehr Publikumsverkehr durch die Kombination aus Fernbusterminal, Fahrradparkhaus und Mietflächen für Büros mit flexiblem Grundriss sowie temporäres Wohnen versprochen. Simmel ist ein Macher, also kaufte er dem vorherigen Entwickler – der sichtbar nicht weiterkam – das Projekt ab. Kaufpreis (auf Nachfrage): „Zehn Millionen!“

Das ist natürlich auch für einen Unternehmer wie Peter Simmel kein Pappenstiel. Die SIMMEL Holding betreibt 25 Märkte, darunter vier in Bayern, einen in Thüringen und 20 in Sachsen. Insgesamt sind rund 1600 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt, der Jahresumsatz liegt bei ca. 300 Mio. Euro. Aber erstens weiß Simmel, dass man manchmal langen Atem braucht („es kann fünf Jahre dauern, bis ein Markt schwarze Zahlen schreibt!“) – und zweitens sorgt er jetzt selbst für das, was bei den Vorüberlegungen für den Gebäudekomplex mit Edeka-Markt und Hotel bereits versprochen war: Die Standortanalyse für den SIMMEL Markt am Wiener Platz datiert aus dem Jahr 2017. Sie benannte das geplante Fernbusterminal, das bis spätestens 2024 fertiggestellt sein sollte…

Die Planungen für das Gebäude werden durch das Architekturbüro Knerer und Lang fortgeführt und modifiziert. Von den Dresdner Architekten stammt auch der bisherige Entwurf für das Vorhaben der S&G Development GmbH. Mit Peter Simmel hatten Knerer und Lang bereits das Simmel Gebäude am Wiener Platz geplant und realisiert. Die Anpassungen am Gebäude sind auch eine Anpassung an den Zeitgeist (der sich manchmal schneller wandelt als ein Bau hochgezogen werden kann): Die Mietflächen für Büros werden nicht mehr wie bisher auf die Nutzung als „Co-Working Spaces“ ausgerichtet, da der Bedarf dafür inzwischen rückläufig ist. Der Grundriss der Mietfläche kann jetzt sehr flexibel und je nach Bedarf des Mieters geplant werden.


Visualisierung der Arkaden im geplanten Simmel Terminal (©KNERERUNDLANG)

Statt einer komplett begrünten Fassade sollen jetzt Bäume und Sträucher auf allen Dächern sowie in der ersten Etage für lebendes Grün sorgen. Ansonsten ist das Gebäude jetzt eben grün durch die Farbe auf der Fassade aus recyceltem Aluminium. Der Gebäudekomplex wird zwischen 20 und 30 Meter hoch sein und mit einem knapp 46 Meter hohen Hochhaus direkt am Platz abschließen. Aus den oberen der zehn Etagen bietet sich eine spannende Aussicht auf Dresden.

Das überdachte Fernbusterminal soll zehn Bussteige haben – bis zu 440 Busse täglich können da ein- und ausfahren: der gewünschte Verkehr, der die Umgebung belebt. Zum Fernbusterminal gehören Ladenflächen für einen Flixbus-Shop, für Reisebedarf, Gastronomie und weitere Mieter. Im Fahrradparkhaus sind 800 Plätze inklusive 25 Flächen für Lastenräder vorgesehen. Der Zugang erfolgt über eine Rampe und wird an einen zweispurigen Fahrradweg angebunden, der direkt am Gebäude entlangführt und in den öffentlichen Radweg mündet. Direkt am SIMMEL Terminal soll auch eine neue Straßenbahnhaltestelle entstehen.

Als Baubeginn ist das Frühjahr 2027 angepeilt, die Fertigstellung wird Mitte 2030 erwartet.