Die Leipziger Buchmesse ist traditionell eine große, fröhliche Bücherparty im Frühling, doch in diesem Jahr wirft die Politik einen Schatten auf den Branchentreff. Im Mittelpunkt der Aufregung steht Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos). Er ließ erst drei linke Buchläden von der Nominierungsliste für den Deutschen Buchhandlungspreises streichen und schließlich die auf der Messe geplante Verleihung komplett absagen. Seitdem wird erhitzt über die Freiheit der Kunst diskutiert.
Prominente und Besteller-Autorinnen
Auf der Messe und dem dazugehörigen Lesefestival «Leipzig liest» sind zahlreiche prominente Autorinnen und Autoren angekündigt. Die Bandbreite reicht von Feminismus-Ikone Alice Schwarzer bis hin zu Social-Media-Star und Neu-Fitness-Queen Daniela Katzenberger. Zu den bekannten Namen zählen auch Sebastian Fitzek, Robert Menasse, Lukas Rietzschel, Sophie Passmann, Judith Holofernes, Bernhard Schlink, Marc-Uwe Kling oder Lutz van der Horst.
18-stündiger Lesemarathon mit Juli Zeh
Juli Zehs zehn Jahre alter Bestseller-Roman «Unterleuten» hat 627 Seiten - und jede einzelne davon soll in einem 18-stündigen Lesemarathon vorgelesen werden. Beteiligen werden sich Bürger, Politiker, die Buchmesse-Direktorin und auch Zeh selbst. Die Mega-Lesung wird gestreamt, so dass man auch von zu Hause aus dabei sein kann.
Statt eines Gastlandes die Donau im Fokus
Anders als in den vergangenen Jahren gibt es kein Gastland auf der Leipziger Buchmesse. Stattdessen wurde der Donauraum als sogenanntes Fokusthema ausgewählt. Unter dem Motto «Unter Strom und zwischen Welten» sind 24 Buchpräsentationen, Gespräche und Podiumsdiskussionen geplant. Auch in Zukunft werde die Buchmesse immer wieder Fokusthemen auswählen und diese im Wechsel mit Gastlandauftritten präsentieren, sagte Böhmisch.