In Sachsens Behörden sind unter den Führungskräften lediglich 57,5 Prozent Ostdeutsche. Das geht aus der Antwort der Staatskanzlei auf eine Anfrage des BSW-Abgeordneten Nico Rudolph hervor. Am niedrigsten ist der Anteil demnach bei der allgemeinen Staatsbehörde, also der Landesdirektion mit 52 Prozent. Fast zwei Drittel sind es bei den besonderen Staatsbehörden, zu denen beispielsweise die Polizeidirektionen und Sachsenforst gehören. Rudolph kritisiert die Zahlen als erklärungsbedürftige Repräsentationslücke. «Wenn in einem ostdeutschen Bundesland nur gut jede zweite Führungskraft in den obersten und allgemeinen Staatsbehörden ostdeutscher Herkunft ist, müssen wir genauer hinschauen», sagte er laut einer Mitteilung. Kritisch bewertet Rudolph außerdem, dass die sächsische Regierung keine regelmäßige Erhebung zur regionalen Herkunft ihrer Führungskräfte plant. Er verwies auf eine gemeinsame Vereinbarung des Bundes und der ostdeutschen Länder von 2022, das Repräsentationsdefizit Ostdeutscher in Führungspositionen abzubauen. Auch Sachsen habe sich dazu verpflichtet. «Dann reicht es nicht, Programme aufzulegen und anschließend auf eine regelmäßige Datenerhebung zu verzichten», sagte Rudolph. «Wer das Problem abbauen will, muss wissen, wie groß es ist und ob es kleiner wird. Alles andere ist Personalpolitik im Blindflug.» Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenRudolph kritisiert fehlende Datengrundlage