Der Soziologe und Extremismusforscher Matthias Quent warnt vor Prophezeiungen, dass die AfD bei einer Bundestagswahl in vier Jahren stärkste Kraft werden könnte. «Das ist ja im Grunde das AfD-Rezept, sie macht sich selbst größer als sie eigentlich ist», sagte Quent der Deutschen Presse-Agentur. Die Mehrheit – auch der ostdeutschen Bevölkerung – lehne die AfD nach wie vor ab.
Quent sagte, in der Migrationspolitik in Ostdeutschland oder auch in Fragen der Ukraine-Unterstützung hätten die demokratischen Parteien eine ganze Reihe von Zugeständnissen gemacht. «Und wir sehen, dass das nicht dazu führt, dass die AfD kleiner wird – im Gegenteil, sie hat sich in Deutschland immer mehr etabliert und normalisiert.»
Die AfD habe sich weit über ein rechtsradikales Milieu hinaus etabliert. Die politisch-kulturelle Spaltung zwischen Ost- und Westdeutschland setze sich fort, analysierte Quent.
Die Union hat die Bundestagswahl klar gewonnen. Ihr Ergebnis verdoppeln konnte die AfD, sie liegt bundesweit auf Platz zwei. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist die AfD stärkste Kraft. Sie wird in den drei Ländern vom jeweiligen Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem bewertet.