Nach dem deutlichen Wahlsieg bei der Europawahl sieht sich Sachsens AfD im Aufwind und fordert ein Umdenken der anderen Parteien. «Die Partei, die die meiste Wählerzustimmung hat, kann man nicht auf Dauer ignorieren», sagte AfD-Landeschef Jörg Urban am Montag in Dresden. Er hoffe nach diesem Ergebnis nun auf «Bewegung im Parteienspektrum». Ohne die AfD werde man keine konservative Politik mehr machen können. Er forderte die anderen Parteien auf, die Bandmauer gegen seine Partei zu überdenken. Die Blockadehaltung sei am Ende eine schädliche Haltung für das Land.
Nach dem vorläufigen Ergebnis holte die vom Landesverfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestufte Partei 31,8 Prozent der Stimmen. Die CDU musste sich mit 21,8 Prozent geschlagen geben. Das Bündnis Sahra Wagenknecht kam aus dem Stand auf 12,6 Prozent, dahinter landeten mit einigem Abstand SPD (6,9), Grüne (5,9) und Linke (4,9).
Bei den Kommunalwahlen liegt die AfD nach Auszählung eines Großteils der Stimmen in neun von zehn sächsischen Landkreisen vorn. Lediglich im Landkreis Zwickau, in dem am Montagnachmittag noch nicht alle Gemeinden ausgezählt waren, hatte die CDU (29,3 Prozent) die Nase vor der AfD (28,1 Prozent). Vor fünf Jahren hatte die CDU noch acht von zehn Landkreisen gewonnen.