Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) teilt nicht die Einschätzung seines sächsischen Amtskollegen Michael Kretschmer (CDU) zum russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. «Man kann einen Krieg nicht einfrieren», sagte Ramelow am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. «Es gibt international viele Beispiele dafür, dass uns eingefrorene Konflikte um die Ohren fliegen.» Kretschmer hatte in dieser Woche erklärt, Deutschland müsse im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine vermitteln und erwirken, «dass dieser Krieg eingefroren wird».
«Natürlich wünsche ich mir einen Verhandlungsfrieden», sagte Ramelow. «Ich sehe aber nicht, dass ein eingefrorener Krieg ein Angebot für einen Staat wie die Ukraine sein kann, der von Russland angegriffen wurde.» Im Gegensatz zu Kretschmer, der weitere russische Rohstofflieferungen für nötig hält, plädierte Ramelow für eine weitgehende Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern, die Deutschland bisher zu einem beachtlichen Teil aus Russland bezieht.