In der Corona-Krise ist Homeoffice für viele Unternehmen das Gebot der Stunde - auch Sachsens Regierungsbehörden setzen auf mobiles Arbeiten von zu Hause. Die Ministerien greifen in unterschiedlichem Maß darauf zurück. So haben etwa von den rund 360 Mitarbeitern im Finanzministerium seit Herbst vergangenen Jahres rund 46 Prozent im Homeoffice gearbeitet. Eigenen Angaben zufolge stieg der Anteil im Januar auf 50 bis 55 Prozent. Corona habe durchaus einen Push gebracht, erklärte eine Sprecherin. Vor der Pandemie habe es nur in Ausnahmefällen Telearbeitsplätze gegeben. Mittlerweile wurden alle Mitarbeiter mit Laptops ausgestattet, so dass mobiles Arbeiten möglich ist. Je nach Aufgabenbereich wird im Wechsel oder durchgängig von zu Hause aus gearbeitet.
Im Sozialministerium arbeiten 430 Bedienstete, bis auf wenige Ausnahmen wurden alle mit mobiler Technik ausgerüstet. Damit sollen sie vollen Zugriff auf die Daten auch von zu Hause aus haben. Genaue Zahlen konnte die Behörde allerdings nicht nennen. Das Zeiterfassungssystem unterscheide nicht zwischen einer Anmeldung aus dem Büro oder dem Home-Office, hieß es zur Begründung.
Der Digitalverband Bitkom sieht in der öffentlichen Verwaltung noch Handlungsbedarf. «Die Politik sollte jetzt Homeoffice nicht nur von den Unternehmen einfordern, sondern vor allem in ihrem originären Verantwortungsbereich - der Verwaltung - in aller Breite einführen», betonte Bitkom-Präsident Achim Berg. Die Mehrzahl der fünf Millionen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst könnte von ihrer Tätigkeit her im Homeoffice arbeiten und sollte das zumindest in den kommenden Monaten auch tun, so Berg.