Fast 30 Jahre nach dem Mauerfall fordern Berliner Grünen-Politiker, dass Akten der Treuhand öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein entsprechendes Papier beschloss die Fraktion am Donnerstagabend auf ihrer Sommerklausur im tschechischen Prag einstimmig. Die Akten sollten schnellstmöglich als offene Daten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, heißt es darin. Ziel ist es, die Aufarbeitung der Wiedervereinigung zu erleichtern.
Die Treuhandanstalt hatte die Umwandlung der DDR-Planwirtschaft in eine Marktwirtschaft entscheidend mitgesteuert. Dabei fielen Millionen Jobs im Osten weg. Allerdings war die DDR-Wirtschaft zur Wende in großen Teilen marode und Industrieanlagen veraltet.
Der Berliner Grünen-Abgeordnete Andreas Otto betonte, dass etwa Journalisten und Historiker durch einen Zugang zu den Akten die Möglichkeit hätten, den Zustand der damaligen DDR-Betriebe zu erforschen. Eine weitere Frage sei, ob die Versprechungen, die bei der Umstrukturierung gemacht wurden, eingehalten worden seien. Otto betonte zugleich auch, dass man hauptsächlich finden werde, dass Betriebe der DDR am Ende gewesen seien.