Vogelhilfe im Herzen der Stadt: Prag 1 startet Nistkasten-Projekt
Die Prager Innenstadt soll wieder stärker zum Lebensraum für Vögel werden: Das teilte die Stadtteilverwaltung Praha 1 mit. In Zusammenarbeit mit der Česká společnost ornitologická (ČSO) wurden in mehreren Parks und auf Inseln insgesamt 31 Nistkästen installiert.
Mit dem Projekt nimmt der Stadtbezirk in Tschechien eine Vorreiterrolle ein. Ziel ist es, die Lebensbedingungen für Vögel in der dicht bebauten Innenstadt nachhaltig zu verbessern und ihre Fortpflanzung gezielt zu unterstützen.
Neue Brutplätze im Herzen der Stadt
Trotz urbaner Umgebung leben im Zentrum Prags zahlreiche Vogelarten. Die neu angebrachten Nistkästen bieten unter anderem Meisen, Kleibern, Baumläufern, Hausrotschwänzen, Staren und Dohlen geeignete Brutplätze. Installiert wurden sie an sorgfältig ausgewählten Standorten, darunter der Kampa Park, die Vojanovy sady, der Františkánská zahrada sowie die Inseln Slovanský ostrov und Střelecký ostrov.
Initiiert wurde das Vorhaben von der stellvertretenden Bürgermeisterin Kateřina Klasnová. Ihr Ziel sei es gewesen, den Schutz der Vögel über die bisherige Winterfütterung hinaus auszuweiten und auch optimale Bedingungen für die Brut zu schaffen.
Fachlich begleitetes Projekt
Die Planung und Umsetzung erfolgten in enger Abstimmung mit Experten der Ornithologischen Gesellschaft. Diese übernahmen sowohl die Auswahl geeigneter Standorte als auch die Installation der Nistkästen. Auch die regelmäßige Wartung und Reinigung wird künftig von Fachleuten sichergestellt.
Zum Einsatz kamen besonders langlebige Modelle aus Holzbeton, die sich durch hohe Widerstandsfähigkeit und gute Isoliereigenschaften auszeichnen. Sie schützen die Tiere sowohl vor Hitze als auch vor Kälte und bieten gleichzeitig Sicherheit vor Fressfeinden.
Mehr Natur und Bewusstsein für Umwelt
Nach Angaben der Projektbeteiligten geht es nicht nur um den Schutz der Vogelwelt, sondern auch um die Sensibilisierung der Bevölkerung für Natur in der Stadt. Das Projekt soll langfristig dazu beitragen, die Verbindung zwischen den Bewohnern und ihrer Umwelt zu stärken.
Geplant ist daher, künftig auch die Öffentlichkeit stärker einzubeziehen – etwa durch Bildungsangebote oder gemeinsame Aktionen, bei denen weitere Nistkästen gebaut und installiert werden.
Appell an die Bevölkerung
Gleichzeitig rufen die Verantwortlichen dazu auf, die Tiere während der Brutzeit nicht zu stören. Wer die neuen Nistkästen entdeckt, könne sich auf neue „gefiederte Nachbarn“ freuen – und Teil eines Projekts werden, das die Natur zurück ins Zentrum der Stadt bringt.