Verbrauchervertrauen in Tschechien sinkt spürbar
Das Vertrauen der Verbraucher in Tschechien hat sich im April deutlich eingetrübt. Das teilte das Tschechische Statistikamt mit. Vor allem steigende Preise, wirtschaftliche Unsicherheiten und geopolitische Entwicklungen belasten die Stimmung der Haushalte.
Der Gesamtindikator des wirtschaftlichen Vertrauens sank im Vergleich zum Vormonat leicht um 0,8 Punkte auf 101,3 Punkte. Während sich das Vertrauen der Unternehmen insgesamt stabil zeigte, verschlechterte sich die Einschätzung der Verbraucher deutlich.Der Vertrauensindikator der Unternehmen blieb im April mit 100,4 Punkten unverändert. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen. So verbesserte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor und im Baugewerbe, während sie im Handel und in der Industrie zurückging.
Viele Unternehmen sehen weiterhin in der schwachen Nachfrage ein zentrales Problem. Hinzu kommen in einigen Bereichen Engpässe bei qualifizierten Arbeitskräften. Zudem wirken sich geopolitische Unsicherheiten zunehmend auf Kosten und Planungssicherheit aus.
Deutlich kritischer bewerten die Verbraucher die Lage. Ihr Vertrauensindikator sank im April um 4,4 Punkte auf 106,0 Punkte. Ein wachsender Teil der Haushalte rechnet damit, dass sich die wirtschaftliche Situation im Land in den kommenden zwölf Monaten verschlechtern wird. Auch die Erwartungen an die eigene finanzielle Lage haben sich eingetrübt. Gleichzeitig nehmen die Sorgen über weiter steigende Preise zu. Diese Entwicklung steht laut Statistikamt in engem Zusammenhang mit der aktuellen geopolitischen Lage.
Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen bleibt hingegen zurückhaltend. Die Zahl der Haushalte, die geplante Ausgaben verschieben oder vermeiden wollen, hat sich zuletzt kaum verändert.