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Tschechien will nicht gegen Russland aufs Eis

Tschechische Eishockeyspieler in weißen Trikots stehen vor einem Spiel auf dem Eis in einer Reihe.
Die tschechische Eishockey-Nationalmannschaft vor einem Spiel gegen Schweden im Dezember 2015. Archivfoto: Voltmetro / Wikimedia Commons, CC0 1.0.
Tschechiens Eishockeyverband schließt sich dem Boykott russischer Teams an. Auch Škoda erhöht den Druck auf den Weltverband und stellt sein WM-Sponsoring infrage.

Prag. Tschechiens Eishockey-Nationalteams sollen nicht gegen Russland antreten. Das kündigte Verbandspräsident Alois Hadamczik am 3. November an, wie die Nachrichtenagentur ČTK auf ČeskéNoviny.cz berichtet. Der Verband schließt sich damit europäischen Ländern an, die Spiele gegen russische Mannschaften bei internationalen Turnieren ablehnen.

Anlass ist eine Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs CAS vom 30. Oktober, die russischen Nationalteams die Rückkehr in die Wettbewerbe des Weltverbands IIHF ermöglicht. Der tschechische Verband hält seinen Widerstand gegen eine Rückkehr während des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine aufrecht. Generalsekretär Jan Černý betonte, daran habe sich nichts geändert. Der Exekutivausschuss soll sich mit dem konkreten Vorgehen befassen.

Besonders dringlich ist die Frage für die U18-Weltmeisterschaft der Frauen, die im Januar 2027 in Ostrava stattfinden soll. Für den 5. November kündigte Černý Gespräche mit Regierungsvertretern über Einreisebeschränkungen und mögliche Visaverweigerungen an. Die russische Seite habe bereits Schritte zur Wiedereingliederung ihrer Mannschaft verlangt.

Auch Sponsoren wenden sich gegen die Rückkehr. Škoda Auto will sein Engagement bei der Eishockey-WM überprüfen, falls Russland teilnimmt. Der Autobauer ist seit 1993 Hauptsponsor des Turniers. Wie Forbes unter Berufung auf ČTK berichtet, hält das Unternehmen eine Rückkehr angesichts der fortdauernden russischen Aggression für unvereinbar mit seinen Werten. Ein sofortiges Ende des Sponsorings hat Škoda damit nicht angekündigt.

Der Streit betrifft auch die Männer-WM im Mai 2027 in Deutschland. Die IIHF muss die sportlichen und organisatorischen Folgen der CAS-Entscheidung klären. Ob russische Mannschaften tatsächlich teilnehmen können, hängt neben der Umsetzung im Turnierbetrieb auch von den Einreisebedingungen der jeweiligen Gastgeberländer ab.