Tschechien weist nach aktuellen Daten von Eurostat das niedrigste Armutsrisiko innerhalb der Europäischen Union auf. Laut der aktuellen Statistik von Eurostat waren im vergangenen Jahr rund 11,5 Prozent der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Der EU-Durchschnitt lag bei 20,9 Prozent. Damit schneidet Tschechien statistisch besser ab als Länder wie Deutschland, Österreich, Polen oder die Slowakei.
Die Zahlen sorgen jedoch zunehmend für Diskussionen unter Sozialexperten und Ökonomen. Sie weisen darauf hin, dass die EU-Statistik nur begrenzt aussagekräftig sei und die tatsächliche finanzielle Situation vieler Menschen nicht ausreichend abbilde.
Grundlage der Eurostat-Berechnung ist die sogenannte Armutsgefährdungsquote. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des nationalen Medianeinkommens verdient. In Tschechien entsprach das zuletzt einem monatlichen Einkommen von rund 19.090 Kronen für Einzelpersonen. Zusätzlich fließen Faktoren wie die Fähigkeit zur Finanzierung von Heizung, Urlaub oder unerwarteten Ausgaben in die Bewertung ein.