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Prag verschärft Regeln gegen Touristen-Abzocke

Prag verschärft Regeln gegen Touristen-Abzocke
Symbolbild Prag / pixabay Pexels
Von: News aus Tschechien
Der Prager Stadtrat hat den Verkauf von Druckerzeugnissen in der städtischen Denkmalzone untersagt. Die Maßnahme richtet sich gegen sogenannte Deštníkáři, die Touristen mit wechselnden Maschen in überteuerte Stadtrundfahrten locken.

Der Prager Stadtrat hat am Montag eine Anpassung der Marktordnung beschlossen, die den Verkauf von Druckerzeugnissen in der städtischen Denkmalzone untersagt. Das teilte die Prager Stadtverwaltung mit. Die Maßnahme richtet sich gegen sogenannte Deštníkáři – auf Deutsch Schirmverkäufer –, die unter dem Vorwand legitimer Angebote gezielt Touristen ansprechen und in überteuerte Leistungen locken. Das Problem ist in Prag nicht neu, doch die Methoden der Anbieter werden laut Stadtverwaltung immer kreativer.

Stadtrat Adam Zábranský, zuständig für Eigentum, Transparenz und Legislative, schilderte die Entwicklung: „Zunächst tarnten sie ihre Aktivitäten als öffentliche Spendensammlungen. Nachdem wir diese Praxis im vergangenen Jahr in der Denkmalzone untersagt hatten, begannen sie, überteuerte Stadtrundfahrten über ein Touristenmagazin mit beigefügtem Ticket für 750 Kronen zu verkaufen." Mit jedem Verbot hätten die Anbieter eine neue Masche entwickelt – weshalb die Stadt nun grundsätzlicher vorgeht und den Verkauf von Druckerzeugnissen in der Denkmalzone generell untersagt.

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Besonders betroffen von den Praktiken der Deštníkáři sind stark frequentierte Orte im Prager Stadtzentrum – darunter der Altstädter Ring mit seiner Haltestelle für Touristenbusse sowie der Náměstí Republiky. Gerade an diesen Plätzen sprechen die Anbieter gezielt ahnungslose Besucher an, die mit der Stadt nicht vertraut sind und die Angebote nicht einschätzen können.

Die Neuregelung soll jedoch keine negativen Auswirkungen auf seriöse Straßenverkäufer haben. Insbesondere der Verkauf des Straßenmagazins Nový Prostor, das von Menschen in sozialen Notlagen vertrieben wird, bleibt weiterhin erlaubt. In Abstimmung mit dem Verlag wurden 68 autorisierte Verkaufsstellen festgelegt – 45 in Prag 1 und 23 in Prag 2 –, an denen etablierte Anbieter ihre Tätigkeit legal fortsetzen können.

Auf das Problem der Deštníkáři hatten in der Vergangenheit auch die YouTuber Janek Rubeš und Honza Mikulka, bekannt als Prague Honest Guide, mit ihren Videos wiederholt öffentlich aufmerksam gemacht und damit eine breite Diskussion angestoßen. Ob die neue Regelung ausreicht, um die Abzocker dauerhaft aus dem Stadtbild zu verdrängen, oder ob diese bald mit einer weiteren neuen Masche zurückkehren, bleibt abzuwarten.

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