Die tschechische Polizei hat im Karlovarský kraj eine per europäischem Haftbefehl gesuchte deutsche Rechtsextremistin festgenommen. Wie die Behörden mitteilten, wurde Marla Svenja Liebich nahe Aš im Grenzgebiet zu Deutschland aufgegriffen.
Die Festnahme erfolgte durch eine Spezialeinheit für gezielte Fahndung, die auf das Aufspüren untergetauchter Personen spezialisiert ist. Nach Angaben der Polizei wurde die Gesuchte auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls festgesetzt. Sie befindet sich derzeit in Gewahrsam und soll in den kommenden Tagen an die deutschen Behörden übergeben werden.
Liebich war bereits 2023 vom Landgericht in Halle zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie sich unter anderem der Volksverhetzung, Beleidigung und Verleumdung schuldig gemacht hatte. Eine spätere Berufung blieb erfolglos, das Urteil wurde rechtskräftig.
Die Verurteilte trat ihre Haftstrafe jedoch nicht an und galt seitdem als flüchtig. Medienberichten zufolge hatte sie zuvor ihren Geschlechtseintrag offiziell ändern lassen. Die Haft sollte deshalb in einer Frauenvollzugsanstalt in Chemnitz vollzogen werden, wo sie jedoch nie erschien.