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Gesuchte Extremistin Liebich in Region Karlsbad festgenommen

Gesuchte Extremistin Liebich in Region Karlsbad festgenommen
Die deutsche Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich (Bild 11. Juli 2025). DPA/ČTK/Sebastian Willnow
Von: News aus Tschechien
Die tschechische Polizei hat im Grenzgebiet eine per Haftbefehl gesuchte deutsche Rechtsextremistin festgenommen. Die Frau soll nun an die deutschen Behörden überstellt werden.

Die tschechische Polizei hat im Karlovarský kraj eine per europäischem Haftbefehl gesuchte deutsche Rechtsextremistin festgenommen. Wie die Behörden mitteilten, wurde Marla Svenja Liebich nahe Aš im Grenzgebiet zu Deutschland aufgegriffen.

Die Festnahme erfolgte durch eine Spezialeinheit für gezielte Fahndung, die auf das Aufspüren untergetauchter Personen spezialisiert ist. Nach Angaben der Polizei wurde die Gesuchte auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls festgesetzt. Sie befindet sich derzeit in Gewahrsam und soll in den kommenden Tagen an die deutschen Behörden übergeben werden.

Liebich war bereits 2023 vom Landgericht in Halle zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie sich unter anderem der Volksverhetzung, Beleidigung und Verleumdung schuldig gemacht hatte. Eine spätere Berufung blieb erfolglos, das Urteil wurde rechtskräftig.

Die Verurteilte trat ihre Haftstrafe jedoch nicht an und galt seitdem als flüchtig. Medienberichten zufolge hatte sie zuvor ihren Geschlechtseintrag offiziell ändern lassen. Die Haft sollte deshalb in einer Frauenvollzugsanstalt in Chemnitz vollzogen werden, wo sie jedoch nie erschien.

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Der Fall sorgte in Deutschland für eine breite öffentliche Debatte, insbesondere im Zusammenhang mit dem Gesetz zur Selbstbestimmung, das seit November 2024 in Kraft ist. Dieses ermöglicht es, den Geschlechtseintrag sowie den Vornamen vergleichsweise unkompliziert durch eine Erklärung beim Standesamt zu ändern – ohne langwierige Verfahren oder Gutachten. Während Befürworter darin einen wichtigen Fortschritt für die Rechte von trans- und nichtbinären Menschen sehen, warnen Kritiker vor möglichen Missbrauchsfällen.

Mit der Festnahme in Tschechien ist das Verfahren nun einen entscheidenden Schritt weiter. Nach der Übergabe an die deutschen Behörden soll Liebich ihre Haftstrafe antreten. Die Ermittlungen rund um ihre Flucht und ihren Aufenthalt im Ausland könnten jedoch weiterhin Gegenstand der Untersuchungen bleiben.

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