Die Einwohnerzahl Tschechiens ist im ersten Quartal um etwa 19.800 auf 10,896 Millionen gesunken. Das teilte das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) mit. Zwischen Januar und März wanderten rund 36.500 Menschen aus dem Land ab, während 29.200 zuzogen. Gleichzeitig starben 30.100 Menschen, geboren wurden nur 17.500 Kinder – die Geburtenrate sinkt damit bereits das fünfte Jahr in Folge.
Den größten Anteil am Rückgang hatte das sogenannte natürliche Bevölkerungsdefizit, also die Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen, das fast 12.600 Personen betrug. Die Zahl der Geburten sank im Jahresvergleich um 1.200 beziehungsweise sechs Prozent. Die meisten Neugeborenen hatten Mütter im Alter von 31 oder 32 Jahren. Auch die Zahl der Sterbefälle ging zurück, allerdings nur um rund 900 beziehungsweise drei Prozent. Die meisten Todesfälle – 5.500 – entfielen auf die Altersgruppe der 80- bis 84-Jährigen, gefolgt von 5.300 Fällen bei den 75- bis 79-Jährigen.
Durch die negative Wanderungsbilanz verlor Tschechien zusätzlich knapp 7.300 Einwohner. „Wie schon im ersten Quartal 2025 und 2024 spiegelt das negative Saldo die hohe Zahl an Personen wider, deren befristeter Schutzstatus Ende März auslief", erklärte Michaela Němečková von der Abteilung für Demografiestatistik des ČSÚ. Sowohl Aus- als auch Zuwanderung lagen im Jahresvergleich höher: Die Auswanderung stieg um 1.700, die Zuwanderung um 5.900 Personen. Ukrainische Staatsangehörige stellten dabei die größte Gruppe sowohl unter den Ab- als auch unter den Zuwandernden – allerdings verließen rund 10.000 mehr Ukrainerinnen und Ukrainer das Land, als zuzogen. Bei den Staatsangehörigen der Philippinen und der Slowakei überwog hingegen die Zuwanderung jeweils um 900 Personen.