In Zwickau gründeten die Brüder Simon und Salman Schocken Anfang des 20. Jahrhunderts eine Warenhauskette, die seinerzeit zu den größten in Deutschland zählte. Doch wegen ihrer jüdischen Wurzeln wurden sie 1938 von den Nationalsozialisten enteignet. Unter dem Titel «Wegen Arisierung geschlossen» widmet das Staatliche Museum für Archäologie (smac) dieser Unternehmensgeschichte eine digitale Ausstellung. Das Museum selbst befindet sich im einstigen Schocken-Kaufhausgebäude in Chemnitz. Damit gehe die Verantwortung einher, dieses Erbe zu bewahren, aufzuarbeiten und zu vermitteln, betont Museumsdirektorin Sabine Wolfram. Die Schau ist ein Beitrag zum aktuellen Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen. Die digitale Ausstellung verfolgt zwei Stränge: den Kaufhaus-Konzern und seine Häuser in Sachsen sowie den nationalsozialistischen Terror gegen das Unternehmen. Dabei gibt sie anhand von Akten und Zeitungsausschnitten Einblicke in die Zentrale in Zwickau sowie die elf Warenhäuser in Sachsen, die es etwa in Aue, Freiberg, Meißen und Frankenberg gab. Auch Themen wie Werbung und die Architektur der Kaufhäuser werden beleuchtet, ebenso die Familiengeschichte. Die Ausstellung ist kostenlos im Internet abrufbar. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten