Das Opfer sitzt nichts ahnend auf einer Couch, als sein früherer Zögling ihm von hinten eine Axt auf den Kopf schlägt. Mindestens vier weitere Axthiebe prasseln auf den 53-Jährigen ein, so dass er stirbt. Nach dem tödlichen Gewaltausbruch vergangenen Sommer in einer Wohnung in Lichtenstein (Landkreis Zwickau), hat das Landgericht Zwickau am Donnerstag ein Urteil gesprochen. Anders als angeklagt lautet es aber nicht auf Mord, sondern auf Totschlag. Die Richter haben viereinhalb Jahre Haft gegen den athletischen 39-Jährigen verhängt, der seinen früheren Fußballtrainer erschlagen hat.
Rückblende: Fußball ist die große Leidenschaft des Jungen, der nun als Erwachsener auf der Anklagebank sitzt und sein Gesicht in seinen Händen vergräbt. Sein Trainer ist für ihn damals wichtige Bezugsperson und Vorbild, konstatierte der Vorsitzende Richter Jörg Burmeister in der Urteilsbegründung. Allerdings ist der pädophil und missbraucht den Teenager zweimal. Deswegen habe sich dessen Leben dramatisch verändert. Aus einem Jugendlichen mit sonnigem Gemüt sei ein in sich gekehrter, nachdenklicher Mensch geworden. Später erleidet er bei einem Verkehrsunfall gar einen vollständigen Gedächtnisverlust.