Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Anklage gegen den mutmaßlichen Geldabholer einer Schockanruf-Bande erhoben. Der 20-Jährige soll im vergangenen Sommer in Sachsen und anderen Bundesländern Senioren aufgesucht haben, die zuvor Anrufe von angeblichen Polizisten oder Ärzten erhalten hatten. Dabei sammelte er nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bargeld und Schmuck im Wert von 634.000 Euro von den Opfern ein.
Die Senioren im Alter zwischen 79 und 92 Jahren gaben die Wertsachen heraus, weil sie glaubten, Angehörige steckten in Notlagen oder hätten ein Unglück erlitten. Das habe ihnen die Bande in den Schockanrufen vorgegaukelt. Mit dieser Masche sind Betrüger nach Polizeiangaben immer wieder erfolgreich.
Der 20-Jährige sei im September 2025 unmittelbar nach einer Geldübergabe in Plauen festgenommen worden. Er habe die Beute der Tat noch bei sich gehabt. Der junge Mann sitze seitdem in Untersuchungshaft. Er habe teilweise ein Geständnis abgelegt. Das Landgericht Dresden muss noch über die Eröffnung des Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage entscheiden.