In der als «Honig-Streit» bekanntgewordenen Auseinandersetzung zwischen ZDF-Satiriker Jan Böhmermann und dem sächsischen Bienenzüchter Rico Heinzig ist ein weiterer Versuch der gütlichen Einigung gescheitert. Bei der Verhandlung über die Berufung des prominenten Moderators gegen das Urteil des Landgerichts Dresden trugen die Parteien am Dienstag ihre Positionen einem Zivilsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden vor. Die Entscheidung werde am 18. Juli verkündet, sagte der Vorsitzende Richter Markus Schlüter nach gut einer Stunde.
Böhmermann, der sich von einem Rechtsanwalt vertreten ließ, macht eine Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte durch Verwendung seines Namens und seiner Abbildung geltend, die der Unternehmer zur Bewerbung eines «beewashing»-Honigs verwandt hat.
Hintergrund ist ein Beitrag der Sendung «ZDF Magazin Royale» vom 3. November 2023, in der Böhmermann Firmen kritisiert hatte, die Bienenpatenschaften an Unternehmen vergeben und das als Engagement für Nachhaltigkeit und Artenschutz deklarierten. Das sei nichts anderes als «Beewashing» - der Begriff meint eine Form des sogenannten Greenwashings, also irreführende Werbung mit angeblichen ökologischen Vorzügen eines Produkts. Als Beispiel wurden Heinzig und dessen My Honey GmbH gezeigt.