Vor der Zeugenaussage der NSU-Terroristin Beate Zschäpe vor dem Oberlandesgericht (OLG) in Dresden fordert die Anwältin einer Opferfamilie Antworten auf noch offene Fragen zu der Terror-Serie. «Die Nebenklage hatte Zschäpe im NSU-Verfahren über 300 Fragen gestellt, die sie alle nicht beantwortet hat», sagte Antonia von der Behrens, Anwältin der Familie des NSU-Mordopfers Mehmet Kubasik, der «taz». «Jetzt wäre die Gelegenheit, ihr diese wieder zu stellen.» Der 39 Jahre alte Kiosk-Betreiber Mehmet Kubasik war 2006 in Dortmund erschossen worden.
Angehörige von NSU-Opfern bei Prozess in Dresden
Zum Verhandlungstermin am Mittwoch in Dresden wollen laut von der Behrens Angehörige der Mordopfer anreisen. «Sie sind zwar skeptisch, was zu erwarten ist, weil Zschäpe über all die Jahre offenkundig nicht bereit war, ihr Wissen offenzulegen. Aber sie hegen doch die Hoffnung, vielleicht etwas Relevantes zu erfahren», sagte die Anwältin.
Gamze und Elif Kubasik, Tochter und Witwe von Mehmet Kubasik, hofften sehr, dass die Vorsitzende Richterin die entscheidenden Fragen stellen und nicht locker lassen werde. Die Familie würden immer noch die gleichen Fragen umtreiben: «Welche Netzwerke hatte der NSU? Wer waren die Mitwisser und Helfer an den Tatorten, insbesondere in Dortmund? Hätten die Taten mit dem Wissen der V-Männer und des Verfassungsschutzes verhindert werden können?»
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