Das Giftinformationszentrum in Erfurt hat zur Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln in Form von Fruchtgummis gemahnt. Es bestehe die Gefahr, dass Kinder die Gummibärchen für normale Süßigkeiten halten und diese dann in größeren Mengen naschen, sagte die Leiterin des Giftinformationszentrums in Erfurt, Dagmar Prasa, der Deutschen Presse-Agentur. Derartige Präparate sollten daher stets außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Eine einmalige Überdosierung dieser Multivitaminpräparate stelle noch kein großes Problem dar. «Gefährlich wird es, wenn das tagtäglich passiert.»
Mehr Beratungsfälle
Das Giftinformationszentrum in Erfurt wird von den Bundesländern Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam betrieben. Es wird am häufigsten wegen Vergiftungsgefahren im Haushalt (knapp 85 Prozent der Fälle) kontaktiert. Laut Leiterin Prasa berieten die neun Ärzte und Apotheker in diesem Jahr rund 28 200 Anrufer und damit 5,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. In mehr als jedem dritten Fall ging es dabei um Kinder im Baby- bis zum Vorschulalter, die sich möglicherweise vergiftet hatten.
Von August bis Oktober wurden die Experten auch in sechs Fällen zurate gezogen, in denen Kinder und Jugendliche sich der «Hot Chip Challenge» gestellt hatten. Laut Prasa hatten sie nach dem Verzehr der extrem scharfen Tortillachips unter anderem über Übelkeit, Bauchschmerzen und ein Brennen im Mund und Rachen geklagt. Vor allem im Internet waren die «Hot Chips» wegen ihrer Schärfe ein Phänomen, das sich durch Videos in den sozialen Medien verbreitete. Das inzwischen zurückgerufene Produkt wurde als «Herausforderung für die Mutigsten» beworben.
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