Teilnehmer einer Konferenz zur Ukraine-Hilfe haben am Samstag in Dresden bürokratische Hürden bei der Unterstützung von Flüchtlingen beklagt. Zwei Vertreter wiesen auch auf Anfeindungen und Mobbing ukrainischer Mädchen und Jungen in Schulen hin. Dafür seien sowohl deutsche Kinder als auch Schüler aus russischstämmigen Familien verantwortlich, sagte der Vertreter eines Vereins aus Meißen auf Nachfrage. Dort sei erst dieser Tage ein ukrainisches Mädchen an einer Schule misshandelt worden. Zudem würden in Meißen immer wieder Autos mit ukrainischen Kennzeichen zerkratzt. Zuletzt seien in der Stadt auch Zettel mit der Aufschrift «Ukrainer raus» aufgetaucht.
Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) äußerte sich besorgt über Anfeindungen. «Das ist eine schlimme Sache.» Darüber müsse man sprechen. Es helfe nicht, nicht darüber zu sprechen, sagte die Ministerin. Sie bat deshalb um rasche Informationen über solche Vorfälle, um rasch reagieren zu können.
An der Konferenz unter dem Titel «Solidarität, Einheit, Sieg» nahmen neben vielen Hilfsprojekten aus Sachsen auch Vertreter von Initiativen aus Sachsen-Anhalt und Thüringen teil. Das Ziel der Tagung bestand vor allem darin, bestehende Angebote der Ukraine-Hilfe zu vernetzen und Probleme anzusprechen. «Der Krieg dauert nun schon ein Jahr, vielen geht die Puste aus, auch in Deutschland», sagte ein Ukrainer. Seine Landsleute seien keine Bettler und dankbar für die Hilfe. Er schlug vor, die Arbeit deutscher Hilfsprojekte mit Geld aus dem Verkauf ukrainischer Waren zu unterstützen.