Schon wieder: Eine neue Studie aus Leipzig bescheinigt den ostdeutschen Bundesländern abermals deutliche rechtsextreme Tendenzen - vergleichsweise viele Menschen äußern starke Vorurteile gegen Ausländer und Juden, wünschen sich eine «einzige starke Partei» und ein mächtiges Deutschland. Die rechte AfD nutze dies und habe noch ein großes Reservoir, vor allem unter Nichtwählern mit extrem rechten Ansichten, heißt es in dem am Mittwoch vorgestellten «Policy Paper» des Else-Frenkel-Brunswik-Instituts der Universität Leipzig.
Die Ergebnisse speisen die Debatte, die seit dem Wahlsieg des AfD-Politikers Robert Sesselmann im thüringischen Sonneberg und den starken Umfragewerten der Rechtspartei im Osten ohnehin wogt. Zugleich bieten sie Zündstoff im Streit über wiederkehrende Klischees zu Ostdeutschland, wie sie der Leipziger Literaturwissenschaftler Dirk Oschmann in seinem Bestseller «Der Osten, eine westdeutsche Erfindung» beklagt. Der Osten braun, demokratiekritisch, frustriert - schon wieder?