Das sächsische Dokumentationszentrum zur rechtsextremen Terrorzelle NSU soll 2025 als Pilotprojekt in Chemnitz öffnen. Im Kulturhauptstadtjahr soll dann die Wanderausstellung «Offener Prozess» gezeigt werden. Geplant sind auch Bildungs- und Vermittlungsangebote, ein Archiv sowie ein Versammlungsort zum Gedenken an die Opfer des NSU-Terrors, wie die Initiatoren am Dienstag informierten. Dazu stehen im ehemaligen Gebäude eines Energieversorgers im Stadtzentrum rund 1300 Quadratmeter zur Verfügung. Zur Finanzierung sind zunächst rund 4 Millionen Euro geplant, die je zur Hälfte von Bund und Land getragen werden sollen, sagte Sachsens Justizministerin Katja Meier (Bündnis 90/Grüne).
Chemnitz und Zwickau waren einst Rückzugsorte des «Nationalsozialistischen Untergrunds». (NSU). Hier lebte das Kerntrio viele Jahre unbemerkt, hatte zahlreiche Unterstützer und organisierte seine Mordserie an mindestens zehn Menschen - acht türkischstämmige und einen griechischstämmigen Kleinunternehmer sowie eine Polizistin. Es sei wichtig, hier an die Opfer zu erinnern und einen Raum für politische Bildung zu errichten, erklärte Gamze Kubaşık, Tochter des 2006 in Dortmund ermordeten Mehmet Kubaşık.