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Sachsens Liftbetreiber bangen um alpinen Wintersport

Still steht der Lift am 1215 Meter hohen Fichtelberg. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Still steht der Lift am 1215 Meter hohen Fichtelberg. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Verschneite Berghänge, doch der Skilift stand still: Alpine Wintersportler in Sachsen mussten im vorigen Jahr auf die Saison verzichten. Nun trüben erneut dramatische Corona-Infektionszahlen die Aussicht auf eine unbeschwerte Skisaison im Erzgebirge.

An der Zugspitze läuft schon die Skisaison, doch Sachsens Liftbetreiber blicken bang auf die kommenden Wochen. Zwar sagen die Meteorologen frostige Temperaturen voraus - ideal, um die Schneekanonen anzuwerfen. Doch die dramatisch hohen Corona-Infektionszahlen im Freistaat lassen böse Erinnerungen ans Vorjahr wach werden. Eine erneute Absage der alpinen Skisaison wäre «der Super-Gau», sagte der Geschäftsführer der Fichtelberg Schwebebahn, René Lötzsch, der Deutschen Presse-Agentur.

Ob am Fichtelberg nun die Schneekanonen ihre Arbeit aufnehmen, soll nach seinen Worten Ende dieser Woche entschieden werden. Dabei sieht sich Lötzsch wie schon im Vorjahr in einer Zwickmühle. Einerseits kostet das Beschneien und Präparieren der Pisten viel Geld, und es ist unklar, ob und wann die Skihänge öffnen dürfen. Andererseits wäre es fatal, wenn der Skibetrieb unter freiem Himmel erlaubt werde und kein Schnee da sei. «Bis alles passt, haben wir durchaus 14 Tage zu tun», erzählt Lötzsch mit Blick auf die nötigen Vorbereitungen. Die aktuelle Verordnung gilt vorerst bis 12. Dezember.

Laut Deutschem Wetterdienst sinken die Temperaturen in den kommenden Tagen, und nicht nur nachts wird es frostig. Nach jetzigem Stand werde die Kältephase etwas andauern, erklärte Meteorologe Peter Zedler. Vor allem im Bergland sei ab Freitag vermehrt mit Schnee zu rechnen.

Voriges Jahr hatte die Landesregierung nach wochenlangem Bangen die alpine Wintersportsaison Mitte Januar abgeblasen. Grund war das hohe Infektionsgeschehen. Als problematisch wird nicht das Skifahren an sich gesehen, sondern mögliche Infektionswege etwa rund um die Lifte, wo sich für gewöhnlich Menschen sammeln. Ob es in diesem Jahr wieder so kommt, dazu will sich das Tourismusministerium zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht festlegen. Das Ministerium stehe mit den Liftbetreibern im Gespräch, informierte ein Sprecher auf Anfrage.

Er sei angesichts der hohen Corona-Zahlen weniger optimistisch als im vergangenen Jahr, erklärte Lötzsch. Er wolle sich mit den anderen Skigebieten über das weitere Vorgehen abstimmen. Auch in der Skiarena Eibenstock hofft man, dass Ski alpin diesen Winter wieder möglich sein wird. «Wir produzieren Schnee, sobald das möglich sein wird», hieß es auf Anfrage. Ob und unter welchen Bedingungen der Skibetrieb starten kann, hänge aber vom weiteren Verlauf der Pandemie und den künftigen Regelungen ab.

Wer bisher den Ski-Rummel auf der Piste gemieden und als Langläufer durch Feld und Wald gestreift ist, dem kann auch die Pandemie die Freude am Wintersport nicht verderben. Während die Lifte voriges Jahr still standen, waren vielerorts die Loipen gespurt. Bleibt abzuwarten, wie üppig der von den Meteorologen vorhergesagte Schnee demnächst ausfällt.

Corona-Verordnung

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH