Dresden. Eine neue Carolabrücke für unter 100 Millionen Euro – ein Planungsbüro hält das für machbar und bleibt damit deutlich unter dem gesetzten Rahmen von 142 Millionen Euro. Welcher der vier Entwürfe der günstigste ist, verriet Baubürgermeister Stephan Kühn am Dienstag bei einem Pressegespräch allerdings nicht. Sicher ist nur: Zwei der vier Arbeiten lägen um einen zweistelligen Millionenbetrag unter dem Budget, sagte Kühn, nachdem die Büros ihre Konzepte erstmals dem Begleitgremium vorgestellt hatten. Ob die Schätzungen tragfähig seien, müsse aber erst die fachliche Vorprüfung zeigen.
Vier Spuren - und Platz für die Bahn von morgen
Weil all diese Funktionen Platz brauchen, hatten manche eine ausufernde Brücke befürchtet - ein Bauwerk von über 40 Metern schien denkbar. Tatsächlich bleiben die Entwürfe nah am Vorgänger, der 33 Meter maß. Ein Entwurf falle sogar etwas schmaler aus, die übrigen lägen etwa gleich breit oder leicht darüber, erläuterte Oberbürgermeister Dirk Hilbert. Wie breit ein Entwurf wird, hänge auch von der Zahl der Brückenzüge ab: Die Bandbreite reiche von einer einzügigen Variante bis zu einer dreizügigen, wie sie die alte Carolabrücke besaß. Hinzu kommen Unterschiede bei der Aufenthaltsqualität - mal ein breiter Boulevard als Fußweg, mal balkonartige Ausbuchtungen über der Elbe.
Dass der Radverkehr eine Rolle spielt, hat einen Hintergrund. Während die Zahl der Autos nach Angaben der Stadt von 46.800 pro Tag im Jahr 2009 auf 31.300 im Jahr 2022 sank, stieg der Radverkehr auf rund 4.150 Fahrten täglich - ein Plus von 270 Prozent gegenüber 2012. Regelkonforme Radwege fehlten auf der alten Brücke bislang; das soll der Neubau lösen. Der schmalste Entwurf falle daher schmaler aus als die heutige Brücke, der breiteste liege leicht darüber.
Beim Bauablauf setzten einige Teams auf eine frühe Teilfreigabe: Straßenbahn und Fernwärme könnten demnach bereits im Herbst 2029 wieder über die Elbe führen, die vollständige Inbetriebnahme sei für 2031 vorgesehen.