Bagger rollen an: Dresden baut historischen Volkspark für 723.000 Euro um
Dresden. Der südliche Teil des Briesnitzer Parks wird zur Baustelle: Von Montag, 13. Juli, an saniert die Landeshauptstadt die Grünanlage südlich der Meißner Landstraße. Bis zum Frühjahr 2027 soll dort ein Park mit neuen Spielangeboten, Aufenthaltsflächen und ruhigeren Rückzugsbereichen entstehen, wie die Stadt jetzt mitteilte.

Geplant sind eine Tischtennisplatte, ein Kletterfelsen, ein Rodelhügel sowie Bänke und kleine Picknicktische. Die 2023 errichtete Calisthenics-Anlage bleibt erhalten. Auch die alten Sandsteinmauern des früheren Volksparks blieben als historische Relikte bestehen und würden saniert, so Sascha Döll, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Abfallwirtschaft. Zudem werde der Park in Richtung Nordwesten entlang der Meißner Landstraße erweitert.
Bürgerbeteiligung floss in die Planung ein
Die Wünsche der Anwohner haben die Umgestaltung geprägt. Bei einer öffentlichen Veranstaltung am 18. April 2024 stellte die Stadt erste Gestaltungsansätze vor, Bürgerinnen und Bürger konnten eigene Ideen einbringen. Häufig gewünscht worden seien zusätzliche Spielgeräte, ein Rodelhügel und mehr Sitzmöglichkeiten, so die Stadt. Genau diese Anregungen würden nun umgesetzt.
Kosten und Förderung der Parksanierung
Die Gesamtkosten beziffert die Stadt auf rund 723.000 Euro, davon 506.000 Euro Fördermittel und 217.000 Euro Eigenmittel. Das Geld stammt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, aus Mitteln des Freistaates Sachsen und aus dem Haushalt des Amtes für Stadtplanung und Mobilität. Der Stadtbezirk Cotta steuert weitere 55.000 Euro bei.
Der Park liegt im Fördergebiet Dresden Südwest/Cottaer Bogen und gehört zum Programm Nachhaltige integrierte Stadtentwicklung, das von 2021 bis 2027 läuft. Die Planung übernahm das Dresdner Büro Dr. Eichstaedt-Lobers, die Bauarbeiten führt die Firma Herfurth aus Nossen aus.
Vom herrschaftlichen Landsitz zum Volkspark
Die Anlage blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits 1764 legte Oberst Joachim von Römer am Steilhang zur Elbe einen Landsitz an, samt Neptungrotte, Gartenhaus und Lindenpflanzungen. 1875 griff der Eisenbahnbau in das Gelände ein, 1893 wechselte es erneut den Besitzer. Nach mehreren Eigentümerwechseln, unter anderem an einen Leipziger Kaufmann im Jahr 1840, erwarb die Stadt Dresden das Gelände 1921. Am 12. Mai 1929 übergab sie den 16.000 Quadratmeter großen Volkspark der Öffentlichkeit.
Wie die Meißner Landstraße den Park teilte
Nur neun Jahre später zerschnitt die neue Meißner Landstraße die Anlage in einen nördlichen und einen südlichen Teil. Während der Südteil weiter als Grünfläche diente, zog auf der Nordseite das Theater Junge Generation in eine frühere Tanzgaststätte ein. Das Theater wechselte später ins Kraftwerk Mitte, seine Theaterwerkstatt ist seit Herbst 2016 im nördlichen Park in Betrieb. Seit den 1990er Jahren setzten sich Bürgerinnen und Bürger für die Wiederbelebung des Volksparkgedankens ein.
Zuletzt galten im Südteil Wege und Spielgeräte als abgenutzt, Aufenthaltsmöglichkeiten fehlten weitgehend. Mit der Sanierung soll dieser Zustand bis zum Frühjahr 2027 enden.