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Was die Kaisermania Dresden wirtschaftlich wirklich bringt

Nahaufnahme von Roland Kaiser im eleganten, blauen dreiteiligen Anzug mit Krawatte hinter einem Mikrofon. Er blickt lächelnd nach vorn und hebt beide Hände mit ausgestreckten Fingern zum Gruß. Der Hintergrund ist dunkel mit dezenten roten Lichteffekten.
Kaisermania-Fieber in Dresden: An vier Sommerabenden im Juli und August füllt Roland Kaiser das Königsufer mit fast 50.000 Fans. Die restlos ausverkauften Konzerte 58 bis 61 sind auch für den Tourismus ein echter Millionenbringer. Archivfoto: dpa/Hendrik Schmidt
Von: Cornelius de Haas
Vier Abende, fast 50.000 Besucher, alle Tickets weg: Wenn Roland Kaiser im Sommer ans Elbufer zurückkehrt, geht es längst um mehr als Musik. Der Tourismusverband rechnet vor, was die Kaisermania der Stadt bringt - und knüpft eine Forderung daran.

Dresden. Roland Kaiser kehrt im Sommer erneut ans Elbufer zurück - und wieder ist alles ausverkauft. An vier Abenden, am 31. Juli und 1. August sowie am 7. und 8. August, werden auf dem Gelände der Filmnächte am Königsufer fast 50.000 Besucher erwartet. Es sind die Auftritte 58 bis 61 in Dresden; alle vier Konzerte sind bereits vergriffen.

Vom Geheimtipp zum Selbstläufer

Diese Nachfrage ist das Ergebnis einer über zwei Jahrzehnte gewachsenen Erfolgsgeschichte. Seit 2003 gehört die Kaisermania zu den Filmnächten am Elbufer - damals kamen zum ersten Konzert rund 3.500 Menschen. Heute füllt Kaiser das Areal an vier Abenden mit dem Vielfachen. Der Ausverkauf ist längst Tradition: 2017 waren alle Karten binnen einer halben Stunde weg, auch 2025 gingen sämtliche Konzerte über die Ladentheke.

Eine Ausnahme bildete das Jahr 2022, als der Sänger seinen 70. Geburtstag mit gleich sechs Konzerten und rund 72.000 Besuchern feierte; die Fernsehübertragung im MDR erreichte damals 1,82 Millionen Zuschauer. Nur zweimal fiel die Reihe zuletzt aus - 2020 und 2021 stoppte die Corona-Pandemie die Konzerte. Zum Bild gehören traditionell auch die tausenden Zaungäste auf den Elbwiesen; die Carolabrücke, früher ein beliebter Gratis-Logenplatz, fällt seit ihrem Teileinsturz im September 2024 allerdings weg.

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Was die Konzerte der Stadt einbringen

Für den Tourismusverband Dresden (TVDD) ist die Kaisermania weit mehr als ein Konzertformat. Sie ziehe Gäste aus ganz Deutschland an und wirke als „touristischer Leuchtturm", sagt der stellvertretende Vorsitzende Martin Raich, zugleich General Manager des Hilton Dresden. Die Hotellerie spüre den Effekt deutlich: Das erste Konzertwochenende sei so gut wie ausgebucht, für das zweite meldeten die Häuser rund 85 Prozent Auslastung - Zimmer seien also noch zu haben.

Die wirtschaftliche Wirkung solcher Open-Air-Konzerte hat die Dresden Marketing GmbH in einer Studie beziffert. Demnach sind 57 Prozent der Besucher Touristen; wer über Nacht bleibt, tut das im Schnitt für zwei Nächte. Für die Kaisermania fällt die Bilanz besonders stark aus: 2023 sollen die Gäste rund 21,5 Millionen Euro Umsatz in der Stadt erzeugt haben, davon 16 Millionen touristischen Umsatz. Der Effekt reicht über die Konzertkasse hinaus - Hotels, Gastronomie, Einzelhandel, Nahverkehr und Anbieter wie die Stadtrundfahrt profitieren mit. Zur Einordnung: Der Tourismus in Dresden steht laut Verband insgesamt für rund 1,3 Milliarden Euro Bruttoumsatz und etwa 28 Millionen Euro Steueraufkommen im Jahr.

Die Forderung des Verbands

An die Zahlen knüpft der TVDD eine Botschaft an die Stadt. Wolle Dresden im Wettbewerb der Städte bestehen, brauche es eine „Kultur des Ermöglichens", so Raich - gerade angesichts knapper Kassen solle die Stadtverwaltung ernsthaft über eine Lockerung der bestehenden Beschränkungen bei Konzerten nachdenken. Diese Position vertritt der Verband, der die Interessen der Tourismusbranche bündelt; eine Reaktion der Stadt liegt der Mitteilung nicht bei.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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