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Nach Sirenen-Chaos in Dresden zieht Feuerwehr überraschende Bilanz

Eine Hand hält ein Smartphone mit dem runden, weißen Logo der NINA-App. Im Hintergrund steht eine graue elektronische Sirenenanlage vor blauem Himmel über einer Stadt. Oben leuchtet das rote Wort „PROBEALARM“.
Nach dem fehlerhaften Probealarm in Dresden analysiert die Feuerwehr die Störungen. Sirenen sind nur eine Stufe des Warnsystems, das durch Kanäle wie die App NINA oder Cell Broadcast ergänzt wird. Das Bild zeigt das Zusammenspiel. Grafik: Feuerwehr Dresden
Von: Dresden News
Wer am Mittwoch stutzte, weil die Sirenen mehrfach und ungewöhnlich lange dröhnten, hat richtig gehört: Beim Probealarm trat ein technischer Fehler auf. Die Feuerwehr Dresden erklärt, warum die Warnung trotzdem funktionierte - und die Durchsagen so schwer zu verstehen waren.

Dresden. Um 15 Uhr sollte es kurz und einmal heulen - doch viele Dresdnerinnen und Dresdner hörten die Sirenen am Mittwoch mehrfach und über einen längeren Zeitraum. Ein Zufall war das nicht. Beim planmäßigen Probealarm des Warnsystems trat ein technischer Fehler auf, der zum Zeitpunkt der Auslösung nicht erkennbar war. Normalerweise werden alle Sirenen im Stadtgebiet zeitgleich angesteuert, damit das Signal nahezu überall gleichzeitig ertönt. Dieses gleichzeitige Auslösen aller Anlagen gelang diesmal nicht.

Statt auszufallen, schaltete das System automatisch in sein vorgesehenes Ausfallszenario: Es steuerte die Sirenen nacheinander einzeln an. Genau dafür ist dieser Notmodus gedacht - er stellt sicher, dass die Bevölkerung auch dann gewarnt wird, wenn die gleichzeitige Auslösung technisch scheitert. Die Folge des zeitversetzten Betriebs war allerdings, dass das Signal in vielen Vierteln mehrfach und länger als sonst zu hören war.

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Warum die Durchsagen so schwer zu verstehen waren

Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger meldeten zudem, dass die Sprachdurchsagen kaum oder gar nicht zu verstehen gewesen seien. Auch das hat mit dem Notmodus zu tun: Weil die Sirenen nacheinander liefen, überlagerten sich an manchen Stellen die Durchsagen mehrerer Anlagen. Unabhängig davon ist die Sprachverständlichkeit über Sirenen aber generell begrenzt. Schall breitet sich je nach Gebäuden, Straßenschluchten, Wind, Verkehrslärm und Entfernung höchst unterschiedlich aus - schon wenige hundert Meter weiter kann dieselbe Ansage ganz anders ankommen. Eine flächendeckend gleiche Verständlichkeit sei technisch schlicht nicht erreichbar, betont die Feuerwehr.

Deshalb ist die Sirene nur eine Stufe eines mehrstufigen Warnsystems. Ihre Hauptaufgabe ist es, schnell Aufmerksamkeit zu erzeugen und die Menschen dazu zu bringen, sich weiter zu informieren - über Cell Broadcast, die Warn-App NINA, Rundfunk, digitale Stadttafeln sowie die Internet- und Social-Media-Kanäle von Stadt und Feuerwehr. „Sie ersetzt keine Lautsprecheranlage", stellt der stellvertretende Amtsleiter Uwe Friedrich klar.

Die technische Bilanz

Unterm Strich wertet die Feuerwehr den Probealarm als Erfolg - gerade weil er den Fehler sichtbar gemacht hat. Angesteuert wurden mehr als 210 Sirenen. Davon meldeten 22 eine technische Störung zurück, eine Quote von rund zehn Prozent; weitere 14 waren wegen Bauarbeiten an den jeweiligen Gebäuden planmäßig abgeschaltet, unter anderem zum Schutz der dort Arbeitenden vor dem hohen Schalldruck. Alle gemeldeten Störungen werden nun analysiert und nach und nach behoben. Erstmals habe man den Notmodus unter realen Bedingungen beobachten können, so Friedrich - Erkenntnisse, die helfen, das System robuster zu machen. Für die vielen Rückmeldungen aus der Bevölkerung bedankt sich die Feuerwehr ausdrücklich.

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