Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Dresden News

Dresden entscheidet über das Gesicht der neuen Carolabrücke

Eine Collage aus vier Bildern zeigt verschiedene Entwürfe für eine Brücke über die Elbe vor der historischen Silhouette Dresdens. Die Darstellungen visualisieren das Bauwerk bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen, Bewölkungen und Tageszeiten.
Vier Entwürfe für den Wiederaufbau der Carolabrücke stehen zur Wahl: Bis zum 19. Juli läuft die Online-Abstimmung carolaVOTE. Bereits über 14.000 Dresdner haben abgestimmt, während parallel über Baukosten und Fahrspuren diskutiert wird. Visualisierungen: GRASSL/FHECOR+TSSB/Schüssler Plan/Leonhardt, Andrä und Partner,
Von: Cornelius de Haas
Wie soll die neue Carolabrücke aussehen? Noch bis zum 19. Juli haben die Dresdnerinnen und Dresdner die Wahl – und mehr als 14.000 haben ihr Votum bereits abgegeben.

Dresden. Vier Entwürfe stehen zur Wahl, einer soll das Rennen machen - und noch ist offen, welcher. Bis Sonntag, 19. Juli, läuft die Online-Abstimmung carolaVOTE, mit der die Stadt herausfinden will, welcher Vorschlag für den Wiederaufbau der Carolabrücke bei den Dresdnerinnen und Dresdnern am besten ankommt. Der Zugang zur Umfrage findet sich unter www.dresden.de/carolabruecke.

Das Interesse ist beträchtlich: Seit dem Start am 13. Juni haben mehr als 14.000 Menschen ihre Stimme vollständig abgegeben. Hinweise auf missbräuchliche Mehrfachteilnahmen gibt es nach Angaben der Stadt bislang nicht; genauer geprüft wird das nach dem Ende der Abstimmung. Wer mitmachen will, sollte sich etwa zehn bis 15 Minuten Zeit nehmen - und kann dabei auch eigene Prioritäten und Anregungen in den weiteren Prozess einbringen.

Wer sich vorab ein Bild machen oder Fragen loswerden will, muss nicht allein vor dem Bildschirm sitzen: Im Stadtforum an der Waisenhausstraße 14 lädt das „Brückencafés" noch einmal am 15 Juli von 16 bis 18 Uhr zum Gespräch mit Fachleuten ein. Eine Anmeldung ist nicht nötig, die Teilnahme kostenfrei.

Mehr aus dieser Kategorie

Streit um die Kosten - und ein Vorschlag zum Sparen

Doch die Entscheidung hat eine zweite, unbequeme Seite. Die Kostenschätzungen der vier Planungsbüros lösten in Dresden heftige Diskussionen aus, woraufhin sich das Expertengremium um TU-Professor Steffen Marx in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Dirk Hilbert und die Stadtratsfraktionen um eine Versachlichung der Debatte bemüht. Die Zahlen seien wegen unterschiedlicher Berechnungsmethoden und der frühen Planungsphase kaum vergleichbar, eine Abweichung von rund 30 Prozent sei in diesem Stadium völlig normal.

Das eigentlich Brisante: Drei der vier Entwürfe würden die städtische Preisobergrenze nahezu vollständig ausschöpfen. Um dem Budget Luft zu verschaffen, schlagen die Fachleute einen konkreten Eingriff vor - weniger Fahrspuren könnten die Baukosten sofort um etwa 25 bis 30 Millionen Euro senken, und zwar bei allen vier Entwürfen, ohne deren architektonisches Grundkonzept anzutasten.

Wie es nach dem 19. Juli weitergeht

Mit dem Votum ist die Sache nicht entschieden - es ist ein Baustein von mehreren. Ab dem 20. Juli wird die Abstimmung datenschutzkonform ausgewertet und auf Plausibilität geprüft. Die Ergebnisse gehen zunächst an das Begleitgremium, das sie zusammen mit der bereits vorliegenden Empfehlung eines Expertengremiums zu einer Empfehlung für den Stadtrat bündelt. Der wiederum entscheidet im September, ob ein Planungsteam mit dem Wiederaufbau weiterbeauftragt wird. Bis dahin zählt vor allem eines: die eigene Stimme - solange das Fenster bis zum 19. Juli noch offen steht.

Cornelius de Haas
Artikel von

Cornelius de Haas

Cornelius de Haas ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.