Dresden. Als Sybille S. im Juni nach 47 Jahren und acht Monaten in den Ruhestand ging, hatte sie fast die gesamte Geschichte des modernen Studentenwerks Dresden am eigenen Herd miterlebt. 1978 begann sie ihre Ausbildung, 1991 wurde sie Mitarbeiterin des Studentenwerks - und sah von da an Sanierungen, ein Hochwasser und unzählige Generationen von Studierenden kommen und gehen. Eines aber, erzählt sie schmunzelnd, blieb über all die Jahre gleich: Pommes, Schnitzel und Nudeln stehen bis heute ganz oben auf der Beliebtheitsskala.
Ihre Berufsbiografie fällt fast genau mit einem Jubiläum zusammen: Am 1. Juli 1991 nahm das Studentenwerk Dresden nach der Wiedervereinigung seine Arbeit als eigenständige Anstalt des öffentlichen Rechts wieder auf - vor 35 Jahren. Was damals mit Improvisation und Aufbruch begann, ist heute ein Betrieb mit rund 500 Beschäftigten, der über 39.000 Studierende an acht Hochschulen in Dresden, Zittau, Görlitz, Riesa und Bautzen betreut.