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Rückbaukosten leerer Parzellen belasten Kleingartenvereine

Rückbaukosten leerer Parzellen belasten Kleingartenvereine
Kleingartenvereine in Sachsen ächzen unter der Last der Kosten für den Rückbau leerer Parzellen. (Symbolbild) / Foto: Jan Woitas/dpa
Steigende Kosten für den Rückbau leerstehender Parzellen setzen viele sächsische Kleingartenvereine unter Druck. Was der geplante Landeskleingartenbeirat bewirken soll.

Die Situation der Kleingärten in Sachsen ist aus demografischen und finanziellen Gründen angespannt. Während in den großen Städten Kleingärten stark nachgefragt werden und vielfach Wartelisten für neue Interessierte bestehen, verzeichnen viele Vereine vor allem im ländlichen Raum rückläufige Mitgliederzahlen und leerstehende Parzellen, wie das sächsische Umweltministerium mitteilte.

Kosten für Rückbau leerstehender Parzellen enorm gestiegen

Daraus ergibt sich nach Angaben des Landesverbandes der Kleingärtner auch das dringlichste Anliegen: die Kosten für den Rückbau leerstehender Parzellen. «Innerhalb weniger Jahre sind die Kosten dafür von 4.000 auf durchschnittlich 7.000 Euro gestiegen», sagte der Präsident des Verbandes, Tommy Brumm.

Viele ehemalige Pächter könnten sich dies nicht mehr leisten und die Vereine oder Verbände müssten dann einspringen. Im Vorjahr habe bereits ein Verein im Vogtland Insolvenz angemeldet. Die Kommune habe dann das Land gekauft.

Landesbeirat zur Koordinierung geplant

Dazu plant das Ministerium die Bildung eines Landeskleingartenbeirates. Die Abstimmungen zur genauen Zusammensetzung des Beirates laufen, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte. Der geplante Beirat könne bei der Koordination zwischen Vereinen, Kommunen und Landesregierung helfen, sagte Brumm.

Im Vorjahr hat das Ministerium die Kleingartenvereine in der Förderrichtlinie «Stadtgrün, Lärm, Radon» aufgenommen. Die Förderung kann dabei helfen, Flächen zu entsiegeln, zurückzubauen und wieder in eine sinnvolle Nutzung zu bringen.

Boom zu Zeiten der DDR und der Corona-Lockdowns

Einen ersten Boom habe die Szene in der DDR der 1980er Jahre wegen der eingeschränkten Reisefreiheit erlebt, sagte Brumm. Dann gab es in der Coronazeit durch Lockdowns und Kontaktbeschränkungen einen erneuten Ansturm. «Von denen sind inzwischen nur noch etwa ein Drittel geblieben.» Die verlassenen Parzellen müssten mit erheblichen finanziellen Mitteln wieder zurückgebaut werden.

Das sächsische Kleingartenwesen organisiert nach Verbandsangaben aktuell 179.893 Kleingärtner, mit den Familien werden rund 500.000 Menschen erreicht. Bewirtschaftet werden landesweit etwa 9.000 Hektar Gartenland. Zum Ende des Vorjahres gab es 199.619 Parzellen, von denen 17.501 leer standen.

Verband: Wollen hin zu einer Gebotskultur und weniger gängeln

Die Vorteile des Kleingartenwesens liegen auf der Hand: Es werden Menschen aller sozialen Schichten zusammengeführt und eine gesunde Freizeitbetätigung in der Natur geboten. Zudem können gesunde Lebensmittel für den Eigenbedarf angebaut werden. Die Kleingärten schaffen grüne Lungen in den Städten, erhalten die Artenvielfalt und wirken sich positiv bei hohen Temperaturen aus.

Als Nachteile werden oftmals die rigiden Regeln zum Verhalten und der Gestaltung der Gärten wahrgenommen. «Wir wollen die Kleingartenverordnung verschlanken. Die Pächter sollen weniger gegängelt werden. Wir wollen hin zu einer Gebots- statt Verbotskultur», betonte Verbandspräsident Brumm.

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