Ein Kind zeigt stolz auf zwei Tiere und ruft: „Schau mal, zwei Hünde!" Falsch – aber klug. Denn das Kind hat verstanden, dass es eine Regel gibt. Es wendet sie nur noch nicht ganz richtig an. Genau dieses kleine sprachliche Stolpern interessiert Forschende am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI-CBS) in Leipzig. Sie untersuchten, was im Gehirn passiert, wenn Kinder die Mehrzahl von Wörtern bilden.
"Bei Erwachsenen wissen wir, dass ganz bestimmte Nervenfaserverbindungen im Gehirn für die Sprachverarbeitung wichtig sind“, erklärt Erstautorin Cheslie C. Klein. Diese Verbindungen funktionieren wie Autobahnen im Gehirn und verbinden verschiedene Sprachzentren miteinander.
Besonders wichtig scheint dabei eine Nervenbahn zu sein, die Bereiche für Wörter und Grammatik miteinander verknüpft. Da sich diese Verbindung erst vergleichsweise spät vollständig entwickelt, wollten die Forschenden wissen, ob sie trotzdem schon im Vorschulalter eine Rolle beim Erlernen von Pluralformen spielt.