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Lausitz und Sardinien bewerben sich gemeinsam um Einstein Telescope

So könnte das Einstein Telescope einmal aussehen.
Visualisierung des geplanten Gravitationswellen-Detektors Einstein Telescope. © Marco Kraan/Nikhef
Von: Wissensland
Millionen Lichtjahre entfernt prallen Schwarze Löcher zusammen. Die Erschütterung könnte bald unter der Lausitzer Erde messbar sein. Sachsen und Sardinien haben jetzt eine Kooperationsvereinbarung für die gemeinsame Bewerbung um das Einstein Telescope unterzeichnet.

Wenn zwei Schwarze Löcher zusammenstoßen, schicken sie winzige Erschütterungen durch das Universum. Solche Gravitationswellen könnte das geplante Einstein Telescope künftig tief unter der Erde messen. Sachsen und Sardinien wollen die Forschungsanlage gemeinsam bauen.

Nun haben deutsche und italienische Forschungseinrichtungen im sardischen Nuoro eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Mit ihr bekräftigen die beiden Kandidatenregionen ihre gemeinsame Bewerbung für das Einstein Telescope. Statt getrennt anzutreten, wollen sie die europäische Forschungsinfrastruktur gemeinsam an zwei Standorten verwirklichen.

Auf deutscher Seite tragen die TU Dresden und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) die Kooperation. Aus Italien beteiligen sich das Istituto Nazionale di Fisica Nucleare (INFN), das Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) und das Istituto Nazionale di Geofisica e Vulcanologia (INGV).

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Zwei Standorte, ein Messgerät

Das Einstein Telescope soll aus zwei L-förmigen Messanlagen bestehen, der sogenannten "Doppel-L"-Konfiguration. Eine soll unter der Lausitz entstehen, die andere auf Sardinien. Gemeinsam können sie Gravitationswellen deutlich empfindlicher messen als heutige Detektoren. Außerdem lässt sich ihre Herkunft dadurch genauer bestimmen.

"Es ist ein weiterer Schritt unserer Partnerschaft als Standortbewerber bei der Realisierung des europäischen Großprojekts Einstein Telescope", sagt Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow.  "Die Kooperationsvereinbarung ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Lausitz hin zu einem Standort für das Einstein Telescope", ergänzt TUD-Rektorin Ursula M. Staudinger.

Gemeinsame Bewerbung für Europa

Christian Stegmann, wissenschaftlicher Co-Leiter der Machbarkeitsstudie für das Einstein Telescope in der Lausitz, betont die künftig noch engere Zusammenarbeit der europäischen Partner. "Wir sind überzeugt, dass die Umsetzung des Einstein Telescope in Form von zwei L-förmigen Interferometer-Detektoren die besten Voraussetzungen für den Erfolg des Projekts schafft", meint INFN-Präsident Antonio Zoccoli.

Auch Kommunen unterstützen das Vorhaben. Die Bürgermeister von Ralbitz-Rosenthal, Nuoro und Lula wohnten der Unterzeichnung bei.

Das Einstein Telescope zählt zu den wichtigsten Forschungsvorhaben Europas. Es soll neue Einblicke in die Entstehung Schwarzer Löcher und Neutronensterne sowie in die Entwicklung des Universums liefern. Neben der Lausitz und Sardinien bewirbt sich auch die Euregio Maas-Rhein als Standort. Über den Standort entscheidet Europa voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2027.

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